Universität Hamburg bekommt neuen Sonderforschungsbereich

Die Universität Hamburg wird einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB) zum Thema „Teilchen, Strings und frühes Universum: Struktur von Materie und Raum-Zeit“ bekommen. Damit hat die Universität Hamburg sieben Sonderforschungsbereiche.

Hamburg - Fragen zur Geschichte des Universums beschäftigen die Wissenschaftler schon seit Jahrhunderten. Erst in jüngster Zeit fließen unterschiedliche Erklärungsansätze aus der Teilchenphysik, der frühen Kosmologie und der Stringtheorie zusammen. Ziel des Sonderforschungsbereichs „Teilchen, Strings und frühes Universum: Struktur von Materie und Raum-Zeit“ ist es, mithilfe der drei Disziplinen eine vereinigte Theorie von Materie und Raum-Zeit zu entwickeln. Im Zentrum stehen der Mechanismus der Massenerzeugung sowie Fragen nach dem Ursprung der „Dunklen Masse“ und der „Dunklen Energie“. Die Wissenschaftler der Universität Hamburg erhoffen sich durch die Zusammenführung theoretischer und experimenteller Ergebnisse aus den genannten Forschungsgebieten darüber hinaus weit reichende Erkenntnisse über die Bausteine der Materie sowie zum Verständnis der Geschichte des Universums.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt für den neuen Sonderforschungsbereich in der Physik rund 1,5 Mill. Euro jährlich. Die Mindestlaufzeit beträgt zunächst vier Jahre – mit der Möglichkeit zur Verlängerung auf höchstens 12 Jahre.

Dr. Dr. h.c. Jürgen Lüthje, Präsident der Universität Hamburg: „Die Universität Hamburg freut sich sehr über den neuen Sonderforschungsbereich. Dies ist eine besondere Auszeichnung für die Universität, die im Bereich der Physik nunmehr drei Sonderforschungsbereiche unterhält.“

Darüber hinaus hat die DFG zwei weitere Sonderforschungsbereiche an der Universität Hamburg jeweils bis 2009 verlängert:

Der SFB „Glycostrukturen in Biosystemen – Darstellung und Wirkung“ zeige ein auch über 2009 hinausgehendes großes Potenzial, so die DFG in ihrem Bewilligungsschreiben. Den beteiligten Institutionen werde daher empfohlen, „die vorliegende Konzentration an Expertise unbedingt über die Laufzeit des Verbundes hinausgehend zu erhalten.“

Der seit neun Jahren erfolgreiche SFB „Quantenmaterialien – laterale Strukturen, hybride Systeme und Cluster“ hat sich „neben den Standorten Berlin, München und Würzburg zu einem Flaggschiff der deutschen Halbleiterforschung entwickelt, das auch international sehr gut sichtbar ist“, hebt die DFG in ihrem Bewilligungsschreiben hervor. Zudem zeigten sich „die Aktualität und Attraktivität des Forschungsgebietes und die hohe Qualität der Arbeiten im Rahmen des SFB auch an zahlreichen Wegberufungen von jungen Wissenschaftlern.“ Die DFG rechnet hoch an, dass der SFB dem wissenschaftlichen Nachwuchs „frühzeitig die erforderliche Selbständigkeit einräumt, sich erfolgreich zu profilieren“ und sich „für viele junge Wissenschaftler als ein Karrieresprungbrett“ erwiesen habe.