Krater

Droht uns ein Einschlag aus dem All?

Unsere Erde läuft nicht völlig allein auf ihrer Bahn um die Sonne. Ständig kreuzen Staubteilchen oder kleine Gesteinsbrocken die Erdbahn. Ab und zu sind es aber auch richtige Asteroiden, die in die Nähe der Erde gelangen. Gelegentlich kollidiert so ein Himmelskörper mit der Erde. Doch solche Ereignisse sind extrem selten. Gleichwohl kommen sie vor: Das Nördlinger Ries in Süddeutschland, ein gut 20 Kilometer großer Einschlagskrater, zeugt von einer solchen Kollision vor 15 Millionen Jahren. So ein Einschlag würde heute wohl ganz Deutschland zerstören. Ob die Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren durch die Folgen eines Meteoriteneinschlags ausgestorben sind, ist bis heute umstritten.

Mittlerweile sind gut 1000 Körper bekannt, die die Sonne umkreisen und die dabei der Erde potenziell gefährlich werden. Die Astronomen vermuten, dass gut 2000 Körper mit mehr als einem Kilometer Durchmesser in die Nähe der Erde gelangen können. Ein Aufprall auf die Erde könnte große Teile unseres Planeten zerstören.

In Hollywood-Filmen sprengt Bruce Willis in letzter Sekunde Asteroiden und rettet so die Erde. Alles Unsinn, meint der Physiker und NASA-Astronaut Edward Lu. Es geht viel einfacher: „Man braucht nur eine kleine Raumsonde, die einige Zeit lang ganz dicht neben dem Asteroiden herfliegt.“ Bei diesem kosmischen Formationsflug zieht die Raumsonde mit ihrer Masse den Asteroiden minimal an. Dieser winzige Effekt summiert sich über die Zeit. So lassen sich Asteroiden elegant gezielt auf andere Bahnen bugsieren und so vom Kollisionskurs mit der Erde abbringen, betont Edward Lu: „Dafür reicht schon eine Raumsonde von einer Tonne Gewicht, die für einige Wochen neben dem Asteroiden fliegt.“ Bei größeren Asteroiden kann das Mitfliegen auch schon mal ein oder zwei Jahre dauern. Entscheidend ist, dass die Gegenmaßnahmen viele Jahre vor der möglichen Kollision erfolgen.

Satellitenaufnahme von Kanada. Ein ringförmige Seenstruktur ist zu erkennen, die sich deutlich von der umgebenden Landschaft abhebt.
Manicouagan-Krater in Kanada

Aktueller Anlass für solche Überlegungen ist der Asteroid Apophis. Der 270 Meter große Brocken trifft mit einer Wahrscheinlichkeit von derzeit 1:45.000 die Erde – ausgerechnet am Freitag, dem 13. April 2029. Apophis ist noch ein Einzelfall. Doch der US-Kongress hat der NASA aufgetragen, bis zum Jahr 2020 etwa 90 Prozent der möglicherweise gefährlichen erdnahen Asteroiden aufzufinden, die größer als 140 Meter sind. Das werden Tausende sein. Eines ist sicher: Es ist keine Frage, ob die Erde mal wieder unter himmlischen Beschuss gerät – die Frage ist nur, wann das passiert.

Die Einschläge aus dem All können auch einfach nur wunderschön anzusehen, ansonsten aber völlig harmlos sein. Wann immer man eine Sternschnuppe über den Himmel huschen sieht, wird man Zeuge, wie ein Sandkorn oder ein kleines Steinchen aus dem Weltraum in die Erdatmosphäre eintritt und verglüht. Der Erde fliegt da so einiges um die Ohren. Pro Tag nimmt die Masse der Erde sage und schreibe um einige Tonnen zu, weil unser Planet auf seinem Weg um die Sonne viel Staub einsammelt, der ihm in die Quere gelangt. Diese winzigen Teilchen verglühen nicht als Sternschnuppen, sondern sinken langsam durch die Atmosphäre zu Boden. Also, nicht bange machen lassen: Der Himmel fällt uns nicht auf den Kopf – er rieselt!