Kepler: Erster Planet in lebensfreundlicher Zone um sonnenähnlichen Stern bestätigt

Forscher erwarten in nächster Zeit noch mehr Funde dieser Art - zehn weitere Kandidaten sind bereits bekannt

Kepler-22b
Kepler-22b

Moffet Field (USA) - Die Kepler-Mission der NASA hatte in der Vergangenheit bereits eine große Anzahl von Exoplaneten gefunden. Diese hatten allerdings meist ein Vielfaches der Erdgröße und befanden sich auf ihrer Umlaufbahn sehr nah an ihrem Zentralstern, dadurch sind die Temperaturen auf ihrer Oberfläche sehr hoch. Nun konnten die Forscher zum ersten Mal einen Planeten bestätigen, der sowohl von erdähnlicher Größe ist als auch seine Umlaufbahn in der lebensfreundlichen Zone hat. Das ist der Bereich um einen Stern, in dem die Temperaturen auf dem Planeten flüssiges Wasser ermöglichen.

Der neu bestätigte Planet, Kepler-22b, ist der kleinste bisher gefundene Planet, dessen Umlaufbahn in der Mitte der lebensfreundlichen Zone um einen sonnenähnlichen Stern liegt. Er hat den 2,4-fachen Erdradius und eine Umlaufzeit von etwa 290 Tagen. Noch ist zwar unklar, ob Kepler-22b eine überwiegend felsige, gasförmige oder flüssige Zusammensetzung hat, aber dennoch ist seine Entdeckung ein wichtiger Schritt auf der Suche nach erdähnlichen Planeten. Außerdem gibt es zehn weitere Kandidaten von erdähnlicher Größe mit Orbit in der lebensfreundlichen Zone ihres Zentralgestirns. Um diese zu bestätigen, sind noch weitere Beobachtungen erforderlich.

Kepler beobachtet mehr als 150.000 Sterne auf der Suche nach Planeten, die vor ihrem Stern vorüberziehen und dadurch Helligkeitsschwankungen verursachen. Die Forscher nennen dies "Transit". Es gibt aber noch eine Reihe weiterer Gründe, warum die Helligkeit von Sternen schwanken kann. Deshalb müssen Wissenschaftler mindestens drei Transits verfolgen, um das Signal einem Planet zuordnen zu können. Seit dem Start der Beobachtungen im Mai 2009 fanden sie so 2326 Planetenkandidaten. Das dies überwiegend große Planeten mit enger Umlaufbahn waren, liegt daran, dass bisher einfach zu wenig Zeit war, um drei Transits von erdähnlichen Planeten zu sehen. Mit zunehmender Messzeit werden aber immer mehr solche Kandidaten wie Kepler-22b erwartet.

"Bei der Entdeckung dieses Planeten half uns das Glück", sagt William Borucki, Kepler-Forschungsdirektor am NASA Ames Research Center in Moffett Field, Kalifornien. "Der erste Transit wurde nur drei Tage nach Einsatzbereitschaft der Raumsonde erfasst." Der wichtige dritte Transit vor dem 600 Lichtjahre entfernten Zentralstern sei dann 2010 beobachtet worden.