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Sonnenwind

Links ist das Erdmagnetfeld zu sehen, wie es ohne jede Störung aussehen würde. In der Realität kommt das aber nie vor. Stattdessen wird das Magnetfeld vom Sonnenwind verformt: Auf der Sonnenseite wird es zusammengedrückt, auf der entgegengesetzten Seite in die Länge gezogen. Je stärker der Sonnenwind, desto stärker fällt diese Deformation aus. Zusätzlich kann das vom Sonnenwind mitgeführte Magnetfeld, dass zeitlich in Richtung und Stärke variiert, einen großen Einfluss auf den Planeten haben. Verlaufen die Feldlinien des interstellaren Magnetfelds (blau) nämlich gegenläufig zu denen des Erdmagnetfeldes (grün) kann das gesamte Magnetfeld dort verschwinden, wo entgegengesetzt gerichtete Feldlinien aufeinandertreffen. An diesem neutralen Punkt kommt es zu einem Phänomen namens Rekonnexion – einer Art magnetischem Kurzschluss. Die Feldlinien reißen auf und verbinden sich neu. An den Polen des Planeten kommt es auf diese Weise zu offenen Feldlinien (rot), an diesen können die energiereichen Sonnenpartikel ungehindert in die Erdatmosphäre eindringen. Nördliche sowie südliche offene Feldlinien ziehen mit dem Sonnenwind an der Erde vorbei, klappen um und schließlich, weit hinter der Erde, verbinden sie sich wieder – ebenfalls durch Rekonnexion. Vor allem nach starken Sonneneruptionen, die Masse in Richtung Erde schleudern, kommt es zu starken interstellaren Magnetfeldern. Sind die Feldlinien gegenläufig, treten in diesem Fall deutlich häufiger magnetische Kurschlüsse auf; entsprechend mehr Partikel gelangen in die Erdatmosphäre.