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Sprungtemperatur bei Supraleitern

Am 8. April 1911 beobachtete Heike Kamerlingh Onnes, dass Quecksilber (Hg) bei rund vier Grad über dem absoluten Nullpunkt den elektrischen Strom verlustfrei leitet. 1913 folgte Blei (Pb) mit einer Sprungtemperatur von rund 7 Kelvin, minus 266 Grad Celsius. Niobgermanium (Nb) lag wurde bei 23 Kelvin beziehungsweise minus 250 Grad Celsius suprleitend. Erst im Jahr 1986 gelang mit einer Verbindung aus Lanthan, Strontium oder Barium, Kupfer und Sauerstoff ein großer Sprung in der kritischen Temperatur. 1987 wurde Yttriumkuprat, eine Verbindung aus Yttrium, Barium, Kupfer und Sauerstoff, mit einer Sprungtemperatur von 93 Kelvin (minus 180 Grad Celsius) gefunden. 1988 folgten die Wismutkuprate, Verbindungen aus Wismut, Strontium, Kalzium, Kupfer und Sauerstoff, mit Sprungtemperaturen um 125 Kelvin (minus 148 Grad Celsius) und 1993 Quecksilberkuprat mit 134 Kelvin (minus 139 Grad Celsius), unter hohem Druck sogar 153 Kelvin (minus 120 Grad Celsius). 2006 entdeckten Forscher eisenhaltige Supraleiter. Der erste Vertreter dieser Klasse, ein Materialmix aus Eisen, Lanthan, Phosphor und Sauerstoff, hatte noch eine Sprungtemperatur von vier Kelvin (minus 269 Grad Celsius), durch andere beigemengte Elemente wie beispielsweise Arsen steigerten Physiker die Sprungtemperatur bis auf 56 Kelvin (minus 217 Grad Celsius). 2015 schufen Wissenschaftler unter Druck um die 90 Gigapascal eine Schwefelhydrid-Verbindung, die schon bei 203 Kelvin (minus 70 Grad Celsius) in den supraleitenden Zustand überging.