Rapsfeld mit Straße

Biomasse

Die Biomasse gehört zu den ältesten Energiequellen, die von den Menschen verwendet werden. Sie ist seit Jahrtausenden zum Heizen und Kochen in Gebrauch und war damit eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Entwicklung unserer Zivilisation. Seit Ende des 20. Jahrhunderts wird sie darüber hinaus auch noch zur Strom- und Treibstofferzeugung genutzt.

Weltweit ist die Biomasse auch heute noch ein wichtiger erneuerbarer Energieträger. Ihr großer Vorteil besteht darin, dass sie speicherbar ist und ihre Nutzung anders als bei Windenergie oder Photovoltaik gezielt geregelt werden kann. Außerdem besitzt sie einen recht hohen Wirkungsgrad. Biomasse weist ein großes Spektrum an Erscheinungsformen auf. Sie reichen von Brennholz über etliche weitere feste sowie flüssige und gasförmige Rest- und Abfallprodukte wie Stroh und Siedlungsmüll bis hin zu Pflanzenöl, Klär- und Deponiegas sowie pflanzliche oder tierische Gärsubstrate. Zunehmende Bedeutung gewinnt die Biomasse bei der Bereitstellung von Kraftstoffen für den Verkehr. Zusätzlich besitzt dieser erneuerbare Energieträger auch noch erhebliche Potenziale sowohl für die Stromerzeugung als auch für die Bereitstellung von Wärme.

Nach Angaben des Renewable Energy Policy Network, kurz REN21 gab es im Jahr 2016 weltweit Stromkraftwerke mit einer Kapazität 112 Gigawatt, die mit Biomasse betrieben wurden und Anlagen mit einer Kapazität von 311 Gigawatt für die Erzeugung von Wärme. Für flüssige Energieträger standen im selben Jahr 98,6 Gigawatt für Ethanolproduktion, 30,8 Gigawatt für Biodiesel und 4,9 Gigawatt für die Erzeugung von Ölen zur Verfügung.

Die fünf größten Kapazitäten zur Stromproduktion mit Biomasse waren im Jahr 2015 installiert in den USA mit 16,8 Gigawatt, China mit 12 Gigawatt, in Deutschland mit 7,1 Gigawatt (46,8 Terrawattstunden; 7,2 Prozent Beitrag zur Bruttostromerzeugung), Indien mit 8,3 Gigawatt und Japan mit 4,1 Gigawatt.

Neben der Stromerzeugung wurden 2016 in Deutschland mit Biomasse 145,8 Terawattstunden an Wärme produziert und 29,9 Terawattstunden an Kraftstoffen, davon 20,8 Terawattstunden Biodiesel, 0,4 TWh Biomethan und 8,7 Terawattstunden Bioethanol.