Uranverbrauch

Uranreserven der Welt

Bei den Uranressourcen unterscheidet man zwischen sicher gewinnbaren Reserven, die mit Kosten von bis zu 80 $/kg Uran abgebaut werden können und Ressourcen, das heißt Reserven mit Gewinnungskosten bis zu 130 $/kg Uran.

Neben den Hauptquellen von Uran geben Experten noch eine dritte Kategorie an, die der sogenannten spekulativen Ressourcen. Zu diesen Vorkommen kommt noch Uran aus Lagerbeständen und vor allem aus alten Kernwaffenbeständen. Bei letzterem handelt es sich jedoch fast ausschließlich um angereichertes Uran. Dieses Material verfügt über einen höheren Anteil an dem Isotop Uran-235 als Natururan.

Unter den zehn größten Uranförderern waren außerdem Niger, Namibia, Russland, Usbekistan, die USA, China und die Ukraine. Deren Fördervolumen an Uran lag jeweils unter tausend Tonnen.
Größte Uranreserven weltweit 2014

Für die Nutzung des Urans zur Erzeugung von Energie mit den gegenwärtigen Kernreaktoren ist dieses Isotop aber entscheidend. Es enthält 235 Kernbausteine, sogenannte Nukleonen, die sich aus 92 Protonen und 143 Neutronen zusammensetzen. In der Natur kommt Uran-235 nur mit einem Anteil von unter ein Prozent vor. Den Hauptteil mit 99 Prozent stellt das Isotop U-238 mit 146 Neutronen. Daneben gibt es in sehr geringem Anteil auch noch Uran-234.

Ein sehr großes Potenzial besteht darüber hinaus in der Gewinnung von Uran aus Meerwasser, was als technische Möglichkeit bereits mehrfach nachgewiesen wurde. Gegenwärtig schätzt man die Uranmenge im Meerwasser auf mehrere Milliarden Tonnen.

Der Wärme-Energiewert von einer Tonne Uran liegt zwischen 0,4 und 0,7 Petajoule, abhängig vom genutzten Reaktortyp und der Art des verwendeten Brennstoffkreislaufs.

Weitere große Uranverbraucher sind Russland, Südkorea, Ukraine, Großbritannien, Japan und Kanada.
Uranverbrauch 2014

Zur Einschätzung des Potenzials der Reserven und der Ressourcen ist anzumerken, dass in den gegenwärtigen Reaktoren nur Uran-235, also nur ein knappes Prozent des Natururans genutzt werden. Dabei ist weiter zu berücksichtigen, welcher Brennstoffkreislauf zum Einsatz kommt, das heißt, ob Uran und das bei der Spaltung im Reaktor erzeugte Plutonium rezykliert und damit zur weiteren Energieerzeugung genutzt oder direkt in ein zukünftiges Endlager für radioaktive Stoffe überführt wird.

Eine weitaus effektivere Nutzung des Urans bietet die Technik der sogenannten schnellen Brüter, da mit ihnen auch die restlichen gut 99 Prozent Kernenergie aus dem Isotop Uran-238 zum größten Teil für die Energiegewinnung genutzt werden können. Damit würde sich das Potential des Natururans für die Energieerzeugung um etwa einen Faktor 60 oder mehr vergrößern.

Entsprechend der Verteilung der größten Uranreserven ist auch die Förderung von Uran global verstreut. Das Land, das mit Abstand die größten Mengen an Uran im Jahr 2013 gefördert hat, war Kasachstan mit 22.600 Tonnen oder rund 38 Prozent der Weltjahresförderung (59.600 Tonnen). Danach folgten auf den Plätzen zwei und drei Kanada mit 9300 Tonnen und Australien mit 6400 Tonnen.

Die Liste der Top-Ten der Uranverbraucher wurde 2013 von den USA mit 19.600 Tonnen angeführt, gefolgt von Frankreich mit 9,3 tausend Tonnen und der Volksrepublik China mit 6700 Tonnen. Deutschland nahm mit 1900 Tonnen Platz sieben dieser Liste der Uranverbraucher ein. Der globale Gesamtverbrauch 2013 betrug 65.000 Tonnen.