Gasfluss in Deutschland

Erdgas

Nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) lagen die sicher gewinnbaren Gasreserven der Welt im Jahr 2015 bei rund 7148 Exajoule. Diese Vorkommen sind in ihrer Ergiebigkeit vergleichbar mit den Reserven an Erdöl von 7171 Exajoule.

Erdgas war nach Angaben der Firma BP im selben Jahr ebenfalls mit einem Anteil von 23,8 Prozent (2016: 24,1 Prozent) der drittwichtigste Energieträger am globalen Primärenergieverbrauch (ohne Biomasse) hinter Erdöl und Steinkohle.

Für dasselbe Jahr gab es außerdem geschätzte zusätzliche Ressourcen von 12 293 Exajoule. Weiterhin werden heute noch erhebliche Erdgasressourcen in Aquiferen und Gashydraten vermutet. Bei letzteren handelt es sich um eine Verbindung von Methan und Wasser, die unter ausreichend tiefen Temperaturen und hohem Druck in kristalliner Form vorliegt. Gashydrate lagern zu etwa einem Drittel in Böden von Permafrostgebieten und zu etwa zwei Dritteln offshore an den Kontinentalabhängen am und im Meeresboden. Zählt man Gas in dichten Speichern, in Kohleflözen und Schiefergas hinzu, dann schätzt die BGR Im Jahr 2015 alle diese sogenannten nicht-konventionellen Reserven und Ressourcen an Erdgas auf rund 20 722 Exajoule oder 589 209 Milliarden Kubikmeter.

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Bilderstrecke: Fakten zu den weltweit vorhandenen Erdgasfeldern

Etwa 68 Prozent der sicher gewinnbaren, konventionellen Erdgasreserven und Ressourcen der Erde (19 441 Exajoule oder 511 599 Milliarden Kubikmetern) befanden sich im Jahr 2015 in nur zehn Ländern der Erde. Die Schwerpunkte lagen in Russland, Iran , den USA und Saudi-Arabien. Der internationale Transport des Erdgases erfolgte nach Angaben von BP im Jahr 2015 zu rund 20 Prozent (etwa 704 Milliarden Kubikmeter) über Pipelines und zu 9,1 Prozent (etwa 338 Milliarden Kubikmeter) in Form von Flüssiggas mit circa 360 Tankern.

Europa ist mit seinem integrierten und wachsenden Versorgungsnetz an über die Hälfte der weltweiten Erdgasreserven direkt über Pipelines oder indirekt über Lieferungen mit Flüssiggas angeschlossen.

Die weltweite Förderung von Erdgas erreichtenach Angaben der BGR im Jahr 2015 mit 3573,7 Milliarden Kubikmetern ihren bis dahin höchsten Wert. Davon wurden 68,1 Prozent in nur zehn Ländern gefördert, angeführt von den USA und Russland, gefolgt von Iran und Katar.

Die kumulierte globale Erdgasförderung der Welt erreichte bis Ende 2015 mit knapp 113,3 Billionen Kubikmetern etwa 11,8 Prozent des gesamten Potenzials an Reserven und Ressourcen in Höhe von 962,2 Billionen Kubikmetern. Das verbleibende Potenzial wurde von der BGR auf 848,9 Billionen Kubikmeter geschätzt.

Größte Erdgasverbraucher waren im Jahr 2015 die USA mit 777,6 Milliarden Kubikmetern, gefolgt von Russland mit 461,5 Milliarden Kubikmetern, der Volksrepublik China mit 191 Milliarden Kubikmetern und dem Iran mit 182,7 Milliarden Kubikmetern. Der achtgrößte Verbraucher war Deutschland mit jährlich etwa 96,5 Milliarden Kubikmetern.

Nur 7,5 Prozent oder 9,3 Milliarden Kubikmeter des 2015 in Deutschland für die Primärenergieversorgung genutzten Erdgases stammten nach Angaben der BGR aus heimischen Quellen, knapp 92,5 Prozent mussten über Pipelines importiert werden. Hauptimportquellen waren nach Angaben der BR die Russische Föderation mit 31,1 Prozent, die Niederlande mit 29,7 Prozent und Norwegen mit 29,6 Prozent.

Ein erheblicher Teil des Erdgases wird in Deutschland in Untertage-Erdgasspeichern gelagert. Die Speicher erfüllen nach Angaben des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung eine klassische Rückgrad-Funktion zwischen Erdgasversorger und Erdgasverbraucher und haben damit einen maßgeblichen Anteil an der Versorgungssicherheit. Das gesamte Speichervolumen 2013 betrug 23,8 Milliarden Kubikmeter. Das entsprach einer Menge, die etwa 26 Prozent des jährlichen deutschen Erdgasbedarfs abdecken könnte.