Windrad im Rostocker Hafen (BMU)

Energie aus Windkraft

Windenergie und Biomasse waren im Jahr 2015 mit gut dreizehn und knapp sieben Prozent die beiden Hauptquellen für den Beitrag der erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung in Deutschland, gefolgt von Photovoltaik und Wasserkraft. In den letzten Jahrzehnten gelangen den Ingenieuren enorme Fortschritte beim Bau der Windkraftanlagen.

So wuchs inzwischen an Land die Leistung von einzelnen Windkraftwerken auf bis zu sechs Megawatt an. Der Bruttozubau an installierter Leistung im Jahr 2015 betrug nach Angaben des Deutschen Windenergieinstituts 3.731 Megawatt verteilt auf 1368 neue Windanlagen, was einem Durchschnitt von 2727 MW entsprach. Der durchschnittliche Rotordurchmesser wuchs auf 105 Meter an, bei einer ebenfalls durchschnittlichen Nabenhöhe von 123 Metern mit Extremwerten von durchschnittlich 142 Metern bei Anlagen im Saarland und nur 96 Metern bei Anlagen in Schleswig-Holstein. Am Ende des Jahres 2015 waren insgesamt 15.980 Windkraftwerke in Deutschland an Land installiert.

Für die Windnutzung an Land beträgt nach Abschätzung des Umweltbundesamtes vom Juni 2013 das theoretische Potenzial für die installierbare Leistung über ein Terawatt mit einem Ertrag von 2900 Terawattstunden pro Jahr. Dazu würde eine Fläche von 49.400 Quadratkilometer benötigt, das entspricht fast 14 Prozent der Landfläche in Deutschland. Bei Berücksichtigung realistischer heutiger technischer Möglichkeiten sowie ökologischer und wirtschaftlicher Randbedingungen reduziert sich jedoch das Potenzial auf eine installierbare Leistung von 930 Gigawatt und einen potenziellen Ertrag von 2400 Terawattstunden pro Jahr. Zum Vergleich: 2015 betrug die installierte Leistung an Land insgesamt 41,521 Gigawatt.

Ein weiteres großes Potenzial für die Stromversorgung liegt in Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee. Hier wurden bis Ende 2015 insgesamt 792 Anlagen mit 3295 Gigawatt Leistung installiert, die an das Stromnetz angekoppelt waren. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums wird das Gesamtpotenzial der Offshore-Windnutzung auf eine Leistung von 35 Gigawatt geschätz.