Kernkraftwerk Gundremmingen (Viola Sonans, CC-by)

Geschichte der Energieforschung

Die Ursprünge der bundesstaatlichen, in Programmen organisierten Energieforschung gehen auf die vier Atomprogramme der Bundesrepublik Deutschland von der 2. Hälfte der 50er Jahre bis 1976 zurück.

Insgesamt gab es von 1957 bis 2011 in Deutschland elf bundesstaatliche Energieforschungsprogramme. Hinzu kommen zahlreiche Forschungsanstrengungen der Länder und die der energieorientierten Industrie, die nach früheren Schätzungen die öffentlichen Aufwendungen erheblich übersteigen. Allerdings ist bei einem solchen Vergleich zu beachten, dass es für „Energieforschung“ unterschiedliche Definitionen gibt.

Der finanzielle Aufwand für die allein von der Bundesregierung geförderte Energieforschung seit dem ersten Programmen beträchtlich, er betrug seit dem ersten Atomprogramm von 1957 bis einschließlich 2010 rund 18,3 Milliarden Euro. Vieles, was damit erarbeitet wurde, stellt heute den Stand der Technik dar: große Windparks und die weite Verbreitung der Photovoltaik bei den erneuerbaren Energien, die Steigerung der Wirkungsgrade der Kraftwerke, die hohen Sicherheitsmaßstäbe der Kernkraftwerke oder die unzähligen Verbesserungen der Energieeffizienz in allen Bereichen der Nutzung von Energie in der Industrie, den Haushalten oder im Verkehr.

Viele andere Vorhaben wurden zur technischen Reife entwickelt, aber nicht weiter verfolgt. Hierzu gehören vor allem die Schnellbrut- und Hochtemperaturreaktoren, die Wiederaufarbeitung von Brennelementen aus Leichtwasserreaktoren oder der Kernenergieschiffsantrieb. Im Bereich der Kohletechnologien konnten sich Techniken, die mit viel Aufwand entwickelt wurden, nicht durchsetzen, weil sich die Umstände geändert haben. Ein Beispiel ist die Verflüssigung von Kohle, der die Politik unter dem Eindruck der beiden Ölkrisen in den siebziger Jahren einen besonders hohen Stellenwert für die Bereitstellung flüssiger Energieträger zugemessen hatte.