Sonne, Wind und Kerne: Woher kommt die Energie?
Ob die Energie der Sonne oder der Atomkerne – jede Form von verwertbarer Energie geht heute auf diese beiden Quellen zurück.
Neben der Sonnenenergie ist die Kernenergie die einzige Primärquelle mit größerem Beitrag zur Deckung des Energiebedarfs. Sie ist eine wirklich neue Energiequelle, die von der Menschheit erst vor etwa 70 Jahren entdeckt und seither systematisch erschlossen worden ist. Eine zweite neue Energiequelle, nämlich die Fusion von Wasserstoffkernen, befindet sich noch im Stadium von Forschung und Entwicklung. Nach diesem Prinzip erzeugen die Sterne und damit auch unsere Sonne ihre Energie.
Die Sonnenenergie nutzen wir in mehreren Formen. Zum einen als gespeicherte Energie in Form von Erdöl, Ölsänden, Ölschiefer, Erdgas und verschieden Sorten von Kohlen. Sie sind vor Jahrmillionen aus pflanzlicher und tierischer Substanz gebildet worden. Um unseren jährlichen Ölbedarf zu decken, waren etwa sieben bis acht Millionen Jahre Erdgeschichte nötig. Diese so genannten fossilen Energiequellen werden nicht mehr neu gebildet und sind deshalb in ihren Vorräten begrenzt.
Die andere Art der Sonnenenergienutzung besteht in den so genannten erneuerbaren oder regenerativen Energien. Das sind z. B. die Wind- und Wellenenergie, das Sonnenlicht als Licht- und Wärmequelle und in neuer Zeit auch als Stromquelle vor allem mittels der Fotovoltaik. Hinzukommt die gesamte Biomasse wie Holz, Stroh und andere pflanzliche Rohstoffe. Aber auch die Wasserkraft geht letztlich auf den Wasserkreislauf unserer Erde zurück, der von der Sonnenergie angetrieben wird.
Eine kleine Korrektur an diesem Bild ist allerdings notwendig: Die Erdwärme oder Geothermie nutzen den Wärmestrom, der aus der Erde kommt. Neben der Ursprungswärme der Erde leistet die Radioaktivität von Uran, Thorium und Kalium hierbei einen erheblichen Beitrag. Die Erdwärme hat im Prinzip ein sehr großes Potential, spielt aber für unsere Energieversorgung derzeit keine bedeutsame Rolle. Die zweite Korrektur betrifft die Energiegewinnung aus Ebbe und Flut. Hierbei wird die Gezeitenwirkung vor allem von Erde und Mond genutzt.
