Von Stadion- zu Zimmergröße: Leistungsfähiges Mini-Synchrotron soll Forschung revolutionieren helfen

Bislang stehen Forschungsgruppen Schlange, wenn sie Atome, Moleküle oder Kristalle per hochenergetischer Röntgenstrahlung untersuchen wollen: Weltweit gibt es nur wenige der riesigen und teuren Synchrotron-Anlagen, die diese Strahlung produzieren. Doch ein Mini-Synchrotron soll das Forschen jetzt wesentlich vereinfachen.

Bethesda (USA) - Die Forscher hoffen, damit die Materialforschung, die Biomedizin und die diagnostische Bildgebung zu revolutionieren: Die "Compact Light Source (CLS)" der Firma Lyncean Technologies produziert hochenergetische, durchstimmbare, beinah monochromatische Röntgenstrahlen, ist dabei aber rund 200mal kleiner und billiger als bisherige Anlagen. Damit könnten sich bald auch Labore in Universitäten, Kliniken oder in der Industrie ein Synchrotron in Zimmergröße leisten. Die erste Beta-CLS wird derzeit im kalifornischen Scripps Research Institute installiert, um experimentelle Daten in der Proteinforschung sammeln zu helfen.

"Mit der Produktion ihres ersten Röntgenstrahls hat die CLS jetzt ihre Realisierbarkeit bewiesen", erklärt Jeremy M Berg, Direktor des National Institute of General Medical Sciences (NIGMS), das an der Entwicklung beteiligt war. Das Team von Lyncean Technologies, gegründet 2001 vom früheren Stanford-Professor Ronald Ruth, hatte seit 2004 an der Entwicklung des CLS gearbeitet. Grund für die 200fache Senkung in Größe und Preis ist das Innenleben: Ein Lasersystem ersetzt die Undulator-Magnetstruktur der herkömmlichen Synchrotrone. Laut Ruth gibt es bereits international enorme Nachfrage nach dem Mini-Synchrotron, mehrere Institute hätten es bereits fest eingeplant.