Goldmedaillen der DPG gehen nach Köln und Innsbruck

Deutsche Physikalische Gesellschaft benennt Preisträger 2012 - Martin Zirnbauer und Rainer Blatt erhalten Auszeichnungen für Theoretische und Experimentelle Physik

Bad Honnef - Insgesamt 22 Preisträger wird die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) auf ihrer Jahrestagung im März 2012 in Berlin auszeichnen. Die Max-Planck-Medaille, die höchste DPG-Auszeichnung für Theoretische Physik, erhält Martin Zirnbauer von der Universität Köln für seine Arbeiten zu mesoskopischen Systemen und anderen Beiträgen in der Mathematischen Physik. Rainer Blatt von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Innsbruck bekommt die Stern-Gerlach-Medaille als höchste Auszeichnung der DPG für Experimentelle Physik verliehen. Blatt arbeitet auf dem Gebiet der Quanteninformationsverarbeitung mit elektromagnetisch gespeicherten Ionenkristallen.

Zirnbauer ist seit 1987 Professor an der Universität Köln, sein Arbeitsgebiet der mesoskopischen Systeme bezieht sich auf Systeme, die an der Grenze zwischen der klassischen Physik und der Quantenphysik liegen. In mesoskopischen Systemen spielen unter anderem Quanteninterferenz-Effekte eine Rolle, die mit mathematischen Modellen beschrieben werden können. Als Gründungssprecher des Sonderforschungsbereiches "Symmetrien und Universalität in mesoskopischen Systemen" der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat Zirnbauer außerdem wesentlich zu einer fachübergreifenden Zusammenarbeit von Physikern und Mathematikern beigetragen.

Rainer Blatt ist seit 1995 am Institut für Experimentalphysik an der Universität Innsbruck tätig, seit 2003 ist er wissenschaftlicher Direktor am neugegründeten Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Mit seiner Arbeit konnte Rainer Blatt zeigen, dass sich lineare Kristalle aus gefangenen Ionen als eine experimentelle Plattform für die Entwicklung von Quantencomputern eignen, weil Forscher damit Quantenbits einschreiben, verarbeiten und lesen können. Alle quantenlogischen Operationen werden dabei in einer komplexen Abfolge von Laserpulsen verwirklicht. Blatt und seiner Gruppe gelang es außerdem, verschränkte Zustände zwischen den Teilchen zu erzeugen und für Quantenalgorithmen zu nutzen. 2011 stellten sie mit 14 verschränkten Ionen einen neuen Rekord in diesem Feld auf.

Die Auszeichnungen zur Theoretischen und Experimentellen Physik sind undotiert und bestehen jeweils aus einer Goldmedaille. Die DPG ehrt zusätzlich 20 weitere Preisträger unter anderem in den Bereichen Nachwuchs- und Frauenförderung, Didaktik und internationale Auszeichnungen sowie herausragende Leistungen von Schülern bei internationalen Physik-Wettbewerben.