Letztes Element des ATLAS-Detektors am CERN wird installiert

Ein weiterer der vier Detektoren für den LHC kommt an seinem endgültigen Platz an. Das letzte der beiden so genannten "Kleinen Räder" des ATLAS-Instruments mit einem Gewicht von 100 Tonnen wird in die Detektorhalle in 100m Tiefe hinab gelassen.

Absenkung des ersten Kleinen Rades von ATLAS
Absenkung des ersten Kleinen Rades von ATLAS

Genf (Schweiz) - Heute feiert die CERN-Kollaboration das Hinablassen des letzten großen Detektorelements. ATLAS ist der weltgrößte Allzweck-Teilchendetektor. Er ist 46 Meter lang und hat einen Durchmesser von 25 Metern. Er wiegt siebentausend Tonnen und besteht aus einhundert millionen Sensoren, die die Teilchen vermessen sollen, die bei Proton-Proton-Kollisionen im neuen Large Hadron Collider, LHC, entstehen.

Das erste Element von Atlas wurde schon vor fünf Jahren installiert. Seitdem sind viele weitere Elemente durch den Schacht in einhundert Meter Tiefe hinab gelassen worden. Dieses letzte Element vervollständigt nun das gigantische Puzzle.

"Das ist ein aufregender Tag für uns", sagt Marzio Nessi, technischer Koordinator von ATLAS. "Die Installationsphase kommt nun zu ihrem Ende und wir bereiten uns darauf vor, das neue Programm der physikalischen Forschung zu beginnen."

Das heute hinabgelassene "Kleine Rad" ist das letzte Element des ATLAS-Myonen-Spektrometers. Es gibt zwei solcher Kleinen Räder, die allerdings nur klein sind im Vergleich zum restlichen ATLAS-Detektor, messen sie doch 9,3m im Durchmesser und bringen sie 100 Tonnen auf die Waage. Mit Ihnen soll der Impuls von Teilchen vermessen werden, die im LHC entstehen.

"Diese zerbrechlichen Detektoren sind die größten Messgeräte, die je für die Hochenergiephysik konstruiert wurden", sagt Georg Mikenberg, Leiter des ATLAS-Myonen-Projektes.

"Eine der größten Herausforderungen ist es, das Kleine Rad in einem Zeitlupen-Zickzack den Schacht hinunterzulassen", erklärt Ariella Cattai, Leiterin des Teams, "und dabei eine präzise Ausrichtung des Detektors mit weniger als einem Millimeter Abweichung von den bisher installierten Detektoren in der Kaverne zu erreichen".

Die Arbeit der ATLAS-Kollaboration wird sich nun auf die Inbetriebnahme des Instruments rechzeitig zum Start des LHC-Beschleunigers konzentrieren.