118 Ununoctium: Bislang schwerstes Element hergestellt

Gerade mal eine Tausendstel Sekunde hielt Ununoctium 118 im russischen Kernforschungszentrum in Dubna. Zusammen mit amerikanischen Kollegen vom Lawrence Livermore National Lab gaben die Physiker die künstliche Erzeugung des bisher schwersten Elements bekannt.

Der Kern spaltet sich wieder
Der Kern spaltet sich wieder

Dubna (Russland)/Livermore (USA) - Insgesamt drei Atome des neuen Elements konnten nach einer Kollision von Calzium-48-Atomen mit Californium-249-Atomen nachgewiesen werden. Das ausgesprochen streng begutachtete Ergebnis veröffentlichen die Wissenschaftler im Fachblatt "Physical Review C".

Mit 118 Protonen und einer Gesamtmasse von 294 Atommasseneinheiten gehört das inoffiziell Moskowium getaufte Element zu der Gruppe der Edelgase. Doch für weitere Experimente, die den Edelgas-Charakter bestätigen könnten, war die Lebensdauer des neuen Elements zu gering. Parallel gelang in Dubna auch der erste Nachweis des Elements 116, das nach dem Zerfall des schweren Ununoctium 118 entstand.

Die gleiche Forschergruppe konnte bereits vorher die Elemente 113 und 115 in ihrem Teilchenbeschleuniger herstellen. Nun hoffen sie, in weiteren Experimenten auch das Element 120 synthetisieren zu können, indem sie einen Strahl aus Eisen-Atomen auf ein festes Ziel aus Plutonium schießen. Ein Ziel ist es, die so genannte "Insel der Stabilität" zu erreichen, bei denen neu geschaffene Elemente eine deutlich längere Lebensdauer als wenige Millisekunden aufweisen.