Neuer Fahrplan für den LHC

Der LHC wird wie geplant im Februar seinen Betrieb wieder aufnehmen. Und doch ändert sich der Fahrplan, mit dem die bisher unerreichten Energien angepeilt werden.

Genf (Schweiz) - Steve Myers, Beschleuniger-Direktor des CERN, teilte Anfang des Monats mit: „Die wichtigste Entscheidung, die wir getroffen haben, ist den LHC für 18 bis 24 Monate mit einer Schwerpunktsenergie von 7 Tera-Elektronenvolt (TeV, d.h. 3,5 TeV pro Strahl) zu betreiben.“ Nach dieser Betriebsphase, die den längsten durchgehenden Run eines Beschleunigers am CERN darstellt, ist eine längere Wartungsphase geplant, in dem der Beschleuniger auf den Betrieb bei seiner Design-Energie von 14 TeV vorbereitet wird.

Die Beschleuniger-Experten des CERN hatten sich auf einem Workshop in Chamonix zu diesem Zeitplan für die ersten Jahre des LHC entschlossen. Die Entscheidung für einen längeren und sicheren Betrieb bei 7 TeV und gegen eine schnelle Erhöhung der Energie auf 10 TeV (5 TeV pro Strahl) hatte vor allem zwei Gründe: Zum einen sind noch längere Arbeiten am Beschleuniger notwendig, bevor er bei einer größeren Gesamtenergie als 7 TeV betrieben werden kann. Die Maschinen-Verantwortlichen gewinnen nun Zeit, die nötigen Arbeiten vorzubereiten. Zum anderen gibt dieser längere Run den Experimenten am LHC Zeit, um ausreichende Mengen an Daten zur Auswertung zu sammeln.

Die Besonderheiten im Betrieb des LHC, des ersten großen supraleitenden Beschleunigers am CERN, stellen mittlerweile auch Traditionen in Frage. „Jeder Run des LHC ist mit einer längeren Kühl- sowie einer Aufwärmphase verbunden.“, so Myers. Dies passe nicht zum traditionellen Betriebsmodell für Beschleuniger am CERN, das Betrieb im Sommer und Shut-Down im Winter vorsieht und daher nun überdacht werden solle.