CMS-Detektor im LHC erfolgreich installiert

Der weltgrößte Halbleiterdetektor wurde am 18.12.2007 an seinem unterirdischen Einsatzort fertig gestellt.

Der CMS-Detektor
Der CMS-Detektor

Genf (Schweiz) - Am Europäischen Kernforschungszentrum CERN entsteht mit dem LHC, dem "Large Hadron Collider", das weltgrößte Experiment. Teil des Experiments sind vier große Detektoren, die die Spuren der Teilchenzusammenstöße im Beschleuniger nachweisen sollen.

Der CMS-Detektor ist einer dieser vier - er selbst besteht aus einer ganzen Reihe unterschiedlicher Teilchendetektoren. Die technischen Daten sind beeindruckend: Mit 205 Quadratmetern Siliziumdetektorfläche (etwa ein Tennisplatz) ist er bei weitem der größte Halbleiterdetektor, der je gebaut wurde. Diese Fläche ist aus zehn Millionen Streifen zusammen gesetzt, die von 80.000 eigens dafür konstruierten Mikrochips ausgelesen werden. 40.000 Glasfaserkabel transportieren die so gewonnen Daten in die Datenaufnahmesysteme. Bestandteil des Systems ist ein Elektromagnet, der ein Feld von vier Tesla erzeugt (etwa 100.000 mal so stark wie das Magnetfeld der Erde). Der gesamte Detektor ist 21m lang und je 15m hoch und breit.

"Wenn der LHC im Betrieb ist, werden so große Datenmengen produziert wie alle Telefonnetze der Welt zusammen genommen erzeugen", so Peter Sharp, Projektmanager des CMS.

Schon im Probebetrieb mit nur 20% der Detektoren des CMS konnten seit März 2007 fünf millionen Spuren von kosmischer Strahlung messen.

"Die Konstruktion eines wissenschaftlichen Instruments dieser Größe und Komplexität, das am LHC ohne Unterbrechung für mehr als zehn Jahre arbeiten soll, ist eine große technische und wissenschaftliche Leistung", sagt CMS-Sprecher Tejinder Virdee. "Mehr als fünfhundert Wissenschaftler und Ingenieure aus einundfünzig Forschungseinrichtungen weltweit haben zum Erfolg dieses Projektes beigetragen."