LHC-Tunnel

Meilensteine des LHC

Schon in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entstand die Idee, den LHC zu bauen. Im Jahr 1994 begann die Realisierung. Hier finden Sie die wichtigsten Etappen seitdem.

Radfahrer im LHC-TunnelMeilensteine des LHC
Bilderstrecke: Meilensteine des LHC

2013

8./9. März: Bei der Moriond-Konferenz in Italien stellen Physiker der Experimente ATLAS und CMS weitere Daten zur Suche nach dem Higgs-Boson vor. Ihre Ergebnisse deuten mittlerweile stärker daraufhin, dass es sich bei dem im Juli entdeckten Teilchen tatsächlich um das Higgs-Boson handelt. Mehr dazu in unserer Podcast Folge 129.

14. Februar: Der erste große LHC Shutdown beginnt, bis 2015 werden Beschleuniger und Detektoren gewartet. Außerdem soll der LHC auf den Betrieb mit einer Energie von 6,5 bis 7 TeV pro Teilchenstrahl vorbereitet werden.

2012

4. Juli: Auf einem Seminar im CERN geben die Wissenschaftler von CMS und ATLAS die Entdeckung eines neuen Teilchens bekannt, das ein ganz heißer Kandidat für das Higgs-Boson ist. Seine Masse: Rund 125-126 GeV/c².

2011

13. Dezember: Erste Ergebnisauswertungen engen den Massenbereich ein, in dem ein mögliches Higgsteilchen liegen kann. Erlaubt sind nun nur noch 115 bis 130 GeV/c².

2010

Physik am LHC
Video: Physik am LHC, erste Ergebnisse

Juni: Auf einer Tagung in Hamburg werden die ersten Ergebnisse des LHC vorgestellt. Dazu unser Video (rechts).

März: Am 19. März wurden Protonen in beide Richtungen zum ersten Mal auf 3,5 TeV beschleunigt – ein neuer Energierekord. Am 30. März konnten die Teilchen dann erstmalig zur Kollision gebracht werden – seitdem werden am LHC Daten für die Physik gesammelt.

2009

November: Im LHC geht's wieder rund. Am 20. November gelang es zum ersten Mal nach der Störung, Protonen den ganzen Ring umkreisen zu lassen. Drei Tage später konnten die ersten Zusammenstöße der Teilchen beobachtet werden. Ende November wurde am LHC mit 1,18 Milliarden Elektronenvolt ein neuer Energierekord für Protonen aufgestellt.

ine große Gruppe Menschen, die begeistert auf Displays schaut.
Erste Kollisionen bei 7 TeV

Oktober: LHC wieder auf Betriebstemperatur. Am 8. Oktober hat der LHC seine Betriebstemperatur von 1,9 Grad über dem absoluten Nullpunkt erreicht.

August: Das CERN-Management beschließt, den LHC zunächst mit einer Energie von 7 TeV zu betreiben. Dies ist ein Ergebnis des Tests aller 10.000 supraleitender elektrischer Hochstrom-Verbindungen. Die Energie wird dann schrittweise auf 14 TeV erhöht.

Juli: Die Reparatur zweier Vakuumlecks erfordert das Aufwärmen eines kurzen Teilstückes des LHC. Dies verzögert den Neustart des LHC, der nun für Mitte November geplant ist.

April: Der 53. und letzte Ersatzmagnet wurde am 30. April 2009 in den Beschleunigertunnel herabgelassen. Im Tunnel gehen die Reparaturarbeiten weiter: Neue Verbindungen zwischen den verschiedenen Magneten müssen hergestellt werden, und es wird neue Sicherheitstechnik eingebaut, die gegen weitere Unfällen schützen soll.

Februar: Das CERN-Management legt den Zeitplan für den Neustart des LHC nach notwendigen Reparaturen vor. Die ersten Teilchenstrahlen sind für Ende September 2009, die ersten Kollisionen für Ende Oktober 2009 geplant. Mit Ausnahme einer kleinen Pause über Weihnachten 2009 soll der LHC dann bis zum Herbst 2010 durchlaufen, so dass die ersten wissenschaftlichen Ergebnisse im Jahr 2010 zu erwarten sind.

2008

Oktober: Das LHC Computing Grid wird am 3. Oktober offiziell gestartet. In diesem weltweiten Verbund von über 140 Rechenzentren werden die 15 Millionen Gigabyte Daten verarbeitet, die jährlich am LHC anfallen.

September: Am 19. September kommt es zu einem Zwischenfall im Sektor 3-4 des Beschleunigers, bei dem große Mengen Helium ausgetreten sind. Zur genauen Untersuchung muss der Abschnitt auf Raumtemperatur aufgewärmt werden, so dass ein Neustart des Beschleunigers erst nach der Winterpause möglich ist.

Menschen hinter Computermonitoren, die gespannt auf die Anzeigen blicken. im Vordergrund Kameras der Medien.
CERN-Kontrollraum am 10.09.2008

Am 10. September 2008 um 10:28 Uhr gelingt es zum ersten Mal, Protonen den 27 Kilometer langen LHC-Beschleuniger vollständig umrunden zu lassen.

August: Die ersten Protonen wurden in den LHC geleitet und machten sich dort drei Kilometer lang auf den Weg. Damit bestand die Synchronisation zwischen dem LHC und seinem Vorbeschleuniger SPS einen wichtigen Test.

Mai: Am 24. Mai klopfte ein Protonenstrahl zum zweiten Mal am LHC an. Er wurde vom Vorbeschleuniger SPS über den Verbindungstunnel auf die Reise zum LHC geschickt.

Februar: Der letzte Bestandteil des ATLAS-Detektors wird in die Tiefe herabgelassen. Damit sind alle Bauteile des größten Vielzweck-Detektors beisammen, der jemals gebaut wurde.

Januar: Die letzte der 15 spektakulären Aktionen, bei denen Komponenten des LHC-Experiments CMS in hundert Meter Tiefe herabgelassen wurden, ist geglückt. Damit befinden sich nun alle Teile des Detektors, der zuerst an der Erdoberfläche zusammengebaut und getestet wurde, an seinem unterirdischen Bestimmungsort.

2007

November: Zum ersten Mal wird ein Strahl von Blei-Ionen aus dem LHC-Vorbeschleuniger SPS in die Verbindungstunnel zum LHC geschleust.

Eine lange blaue Struktur wird in einen tiefen Schacht herabgelassen.
Der letzte Hauptdipolmagnet für den LHC wird herabgelassen

November: Alle Verbindungen in den Bögen des LHC sind fertig gestellt.

Oktober: Ein Kontrollzentrum im US-amerikanischen Fermilab wird eingeweiht, von dem aus der LHC und das LHC-Experiment CMS ferngesteuert betrieben werden können.

Juli: Das biometrische Zugangssystem für den LHC wird installiert. Der Zugang erfolgt über eine Iriserkennung.

Juni: Ein 3,3 Kilometer langer Abschnitt des LHC wird auf minus 271 Grad Celsius gekühlt und zum ersten Mal mit Energie versorgt. Daraufhin fließen mehrere tausend Ampere in den supraleitenden Magneten.

Mai: Der letzte von 1746 supraleitenden Magneten wird unter Tage gebracht.

Februar: Der größte Teil des LHC-Detektors CMS wird an seinen unterirdischen Einsatzort gebracht. Die 1920 Tonnen Gewicht entsprechen fünf Jumbojets. Damit befindet sich nun die Hälfte des Detektors unter der Erde.

2006

November: Der erste von acht Sektoren des LHC ist fertig gestellt.

November: Die Fertigung aller 1624 supraleitenden Hauptmagnete wird vollendet. 1232 Dipolmagnete mit einer Länge von 15 Metern werden die Teilchenstrahlen auf ihrer Bahn halten, 392 Quadrupolmagnete mit einer Länge zwischen fünf und sieben Metern dienen zur Bündelung der Teilchenstrahlen.

Verschieden große Druckbehälter von einigen Zentimetern bis zu einem halben Meter Durchmesser. Die blauen Behälter, sind auf Stützen kniehoch angebracht.
Kältebox für das LHC Kühlsystem

November: Der Haupt-Magnetsystem des LHC-Detektors ATLAS wird in Gang gesetzt. Er ist der größte supraleitende Magnet, der jemals gebaut wurde, und erzeugt ein Magnetfeld von vier Tesla. Dabei wird er von einem Strom von 21.000 Ampere durchflossen.

Oktober: Der größte Kühlschrank der Welt wird fertig gestellt. Die 27 Kilometer lange Kühlmittelverteilungsanlage im Inneren des LHC-Tunnels versorgt die Magnete mit flüssigem Helium.

September: Die Zylinderspule des LHC-Experiments CMS erreicht mit vier Tesla ihr volles Magnetfeld. Die Energie von 2,5 Gigajoule, die in dieser größten supraleitenden Zylinderspule der Welt gespeichert sind, reichen aus, um 18 Tonnen Gold zu schmelzen.

August: Ein sechstes LHC-Experiment wird offiziell genehmigt. LHCf (LHC forward) wird in Vorwärtsrichtung fliegende Teilchen untersuchen, die bei den Teilchenkollisionen entstehen. Die Ergebnisse werden dazu beitragen, die kosmische Strahlung besser zu verstehen.

Ein großer Raum, mit Computerplätzen, die in mehren großen Kreisen angeordnet sind.
Das Kontrollzentrum am CERN

Februar: Das neue CERN-Kontrollzentrum nimmt seinen Betrieb auf. Hier werden alle Kontrollräume für Beschleuniger, Kühlanlagen und die technische Infrastruktur zusammengefasst. Auch der LHC wird von hier gesteuert.

2005

Dezember: Das LHC-Experiment CMS registriert zum ersten Mal Teilchen. Sie stammen aus der kosmischen Höhenstrahlung.

Oktober: LEIR liefert den ersten Teilchenstrahl. Dieser Beschleuniger ist eine wesentliche Komponente, um den LHC später mit Blei-Ionen anstelle von Protonen zu versorgen.

Die beiden Hälften des Detektors sind auseinander gefahren, und stehen in einer Halle.
CMS vor dem Test

September: Die 230 Tonnen schwere Zylinderspule des LHC-Detektors CMS wird in die Kühlanlage des Detektors geschoben.

August: Die letzte der 25 Meter langen Spulen für das große Magnetsystem des LHC-Experiments ATLAS wird eingebaut. Das Kalorimeter von ATLAS registriert das erste Signal. Es sind Teilchen aus der kosmischen Höhenstrahlung.

April: Eine neue Etappe für das Computing Grid ist erreicht: Über zehn Tage lang stehen acht Rechenzentren in Verbindung – und tauschen im Mittel 600 Megabyte Daten pro Sekunde aus.

April: Die Kühlanlage für den LHC schafft zum ersten Mal minus 271,4 Grad Celsius – die Betriebstemperatur des LHC. Das sind knapp zwei Grad über dem absoluten Temperaturnullpunkt.

März: Am LHC Computing Grid-Projekt nehmen jetzt über 100 Rechenzentren aus 31 Ländern teil. Mit dem LHC Computing Grid sollen die gewaltigen Anforderungen der LHC-Experimente an Datenspeicherung und -verarbeitung bewältigt werden.

Ein blau-silbernes riesiges Bauteil schwebt in einem Betonschacht an einem gelben Kran.
Der erste Hauptdipolmagnet wird herabgelassen

März: Der erste der 1232 supraleitenden Dipolmagnete wird in den LHC-Tunnel herabgelassen. Damit beginnt der Zusammenbau des LHC.

März: Die gewaltige Zylinderspule des Magneten für das LHC-Experiment CMS wird fertig gestellt. Sie ist 12,5 Meter lang, hat einen Durchmesser von sechs Metern und wiegt 230 Tonnen.

Februar: Die Halle für das LHC-Experiment CMS wird eingeweiht. Damit sind die Tief- und Hochbauarbeiten für den LHC abgeschlossen. An der 53 Meter langen, 27 Meter breiten und 24 Meter hohen Halle wurde sechs Jahre lang gebaut.

2004

Im Inneren einer Außenschale und eines Vakuumgefäßes befindet sich ein Dipolmagnet, durch das zwei Vakuumkammern geführt werden, in denen die Teilchen unterwegs sind.
Schema eines LHC Dipolmagneten

November: Das Magnetfeld des LHC-Detektors LHCb erreicht seine volle Stärke.

Oktober: Die 2,5 Kilometer lange Verbindungsstrecke zwischen dem Vorbeschleuniger SPS und dem LHC wird erfolgreich getestet.

Oktober: Der Aufbau des Magnetsystems für das LHC-Experiment ATLAS beginnt.

Oktober: Ein erstes Beschleunigerelement für den LHC wird erfolgreich bei voller Energie getestet. In diesen Elementen schwingt ein elektrisches Wechselfeld, durch das die Protonen beschleunigt werden.

September: Am Beschleuniger SPS, der den LHC mit Protonen versorgen wird, wird mit 50.000 Milliarden Protonen ein neuer Intensitätsrekord aufgestellt.

Juni: Die Testanlage für die LHC-Magnete wird fertig gestellt. An zwölf Testbänken wird die Funktionstüchtigkeit aller supraleitenden Magnete bei einer Temperatur von minus 271,3 Grad Celsius überprüft.

April: Das europäische Projekt EGEE (Enabling Grids for E-SciencE) startet. Es wird von CERN koordiniert und von der Europäischen Gemeinschaft finanziert. Ziel ist es, eine Infrastruktur für ein weltweites Computernetzwerk für die Wissenschaft zu schaffen.

2003

Dezember: Die letzte der acht Kühlanlagen für den LHC wird geliefert. Sie sind Bestandteil des Kühlsystems, das für die Betriebstemperatur von frostigen minus 271,3 Grad Celsius sorgt. Bei dieser Temperatur können die supraleitenden LHC-Magnete verlustfrei Strom leiten.

November: Der Zusammenbau des LHC-Experiments ATLAS beginnt. Als erstes werden die 18 fünf Meter hohen Stützen montiert, die den 6000 Tonnen schweren Detektor halten werden.

Oktober: Eine erste kurze gerade Strecke des LHC-Beschleunigers mit Hauptquadrupolmagneten und Korrekturmagneten wird zusammengesetzt und erfolgreich getestet.

Oktober: 800 Halterungen für die 32 Tonnen schweren LHC-Hauptdipolmagnete werden als Beitrag Indiens geliefert.

Juni: Ein neuer Rekord für das Verschicken von Daten über das Internet wird aufgestellt. In gut einer Stunde wird eine Datenmenge von einem Terabyte über 10.000 Kilometer weit von CERN nach Kalifornien verschickt – das entspricht 200 DVDs. Dies stellt einen wichtigen Meilenstein für das so genannte Grid-Computing dar, mit dessen Hilfe die Daten der LHC-Experimente weltweit verarbeitet werden sollen.

März: Der letzte Kubikmeter Erdreich für das LHC-Projekt wird ausgehoben. Damit sind die Tiefbauarbeiten abgeschlossen.

Februar: Die Serienfertigung der 392 Hauptquadrupolmagnete beginnt.

Februar: Die Bestückung der Verbindungstunnel beginnt. In ihnen werden 700 Magnete die Teilchen von den Vorbeschleunigern in den LHC leiten.

Januar: Der Zusammenbau des LHC-Detektors LHCb beginnt mit dem Herablassen der beiden Magnetspulen in die unterirdische Experimenthalle.

Januar: Der erste in den USA gefertigte LHC-Magnet erreicht CERN. Die Lieferung von rund 20 dieser speziellen Magnete ist Bestandteil des US-amerikanischen Beitrages zum LHC.

2002

Oktober: Das gewaltige rote Joch für den Magneten des LHC-Detektors CMS wird fertig gestellt. Es besteht aus 7000 Tonnen Stahl.

Juni: Die Aushebung der unterirdischen Halle für das LHC-Experiment ATLAS wird beendet – sie ist 35 Meter breit, 55 Meter lang und 40 Meter hoch.

März: Eine Reihe außergewöhnlicher Lieferungen für das Magnetsystem des LHC-Detektors ATLAS beginnt – aus Deutschland, Holland, Italien und Spanien.

Februar: Der erste Oktupolmagnet wird geliefert. Zusätzlich zu den 1232 Hauptdipolmagneten, welche die Teilchen auf ihrer gekrümmten Bahn halten, und den 392 fokussierenden Quadrupolmagneten werden im LHC rund 5000 Korrekturmagnete zum Einsatz kommen.

Februar: Die letzten Komponenten des LEP-Beschleunigers werden an die Erdoberfläche gehievt. Der Abbau von LEP hat 14 Monate gedauert und brachte 40.000 Tonnen Material ans Tageslicht.

2001

Dezember: CERN übergibt die Serienfertigung von 1232 Hauptdipolmagneten an die Industrie. Im Gegenzug erhalten die Industrieunternehmen vom CERN die für die Herstellung der Magnete benötigte Ausrüstung und Schulung.

November: Im leeren LHC-Tunnel beginnen die Vermessungsarbeiten für die genaue Positionierung der LHC-Komponenten. Im 27 Kilometer langen Tunnel müssen dazu 7000 Markierungen angebracht werden.

Schema des LHC im unterirdischen Tunnel.
Der LHC im Überblick

Oktober: Die zweite Testanordnung von supraleitenden LHC-Magneten erreicht die vorgesehene Stromstärke von 11.850 Ampere. Dabei werden alle Bestandteile des Magnetsystems getestet.

Oktober: Der zweite Transfertunnel zwischen SPS und LHC wird errichtet. Im SPS werden die Teilchen vorbeschleunigt, bevor sie in den LHC geleitet und dort zum Zusammenstoß gebracht werden.

September: Die innere Zylinderspule des LHC-Experiments ATLAS wird aus Japan angeliefert. Sie wiegt 5,5 Tonnen und wird eine Magnetfeldstärke von zwei Tesla erreichen. Dieses Magnetfeld wird es ermöglichen, den Impuls geladener Teilchen im inneren Teil des Detektors zu messen.

September: Die erste Phase des LHC Computing Grid wird vom CERN Verwaltungsrat, dem CERN Council, genehmigt.

August: Die erste der vier unterirdischen Hallen, die für den LHC ausgehoben werden, ist fertig gestellt. Die 62 Meter lange und 20 Meter breite Kaverne wird als Servicehalle für das LHC-Experiment ATLAS dienen.

Juni: Das LHC-Experiment ALICE zieht ein: Projektmitarbeiter beginnen damit, die unterirdische Halle für den Einbau des Detektors vorzubereiten.

Juni: Die letzten der 540 Magnete für die Transfertunnel werden geliefert. Durch diese Transfertunnel werden die zu beschleunigenden Teilchen vom LHC-Vorbeschleuniger SPS zum LHC geführt.

Mai: Der erste Transfertunnel, durch den die Teilchen vom LHC-Vorbeschleuniger SPS zum LHC geleitet werden, ist vollständig ausgehoben.

März: Das erste Modul des elektromagnetischen Kalorimeters des LHC-Experiments ATLAS wird fertig gestellt. Diese Detektorkomponente wird aus 32 solcher Module bestehen.

Februar: Die Fertigung der zwölf Millionen Stahlmanschetten für die LHC-Magnete beginnt. Diese Manschetten stellen die mechanische Festigkeit der Magnete sicher.

Januar: Das European DataGrid Project (EDG) startet – zwei Jahre, nachdem die Idee dazu im US-amerikanischen Annapolis entstand. Ziel des Projekts sind Studien zu einer neuen Computerinfrastruktur. Für den LHC sollen dabei zehntausende Computer miteinander verbunden werden.

2000

Dezember: Der Ausbau des LHC-Vorgängers LEP beginnt. 40.000 Tonnen Material müssen dazu aus dem unterirdischen Tunnel entfernt werden.

November: Der LHC-Vorgänger LEP beendet seinen Betrieb. Der Beschleuniger muss aus dem 27 Kilometer langen Tunnel ausgebaut werden, um dem LHC Platz zu machen.

November: Die ersten der 1232 Hauptdipolmagnete für den LHC werden geliefert.

November: Die ersten Teile des Magneten des LHC-Experiments CMS werden aufgebaut.

März: Die erste der kurzen geraden Strecken des LHC-Beschleunigers besteht einen Test bei voller Strahlintensität. 420 solcher kurzen geraden Strecken, die unter anderem Quadrupolmagnete beinhalten, werden die Teilchenstrahlen bündeln.

Februar: Die ersten LHC-Beschleunigerelemente, finanziert durch die USA, überqueren den Atlantik und erreichen CERN.

1999

November: CERN unterzeichnet ein Abkommen mit Russland, um Rüstungsforschung in friedfertige Forschung umzuorientieren. Zahlreiche Bestandteile des LHC und seiner Experimente werden im Rahmen dieses Abkommens gefertigt – darunter beispielsweise die Wolfram/Blei-Kristalle für das LHC-Experiment CMS.

August: Die Myonkammer für das LHC-Experiment ATLAS wird aus Griechenland geliefert. Ein Modul des Vorwärts-Kalorimeters des LHC-Experiments CMS kommt aus Russland an.

Juni: Der Tunnelbohrer, der die Verbindungsstrecken zwischen SPS und LHC ausgraben soll, wird geliefert.

April: Die ersten Magnete für die Verbindungsstrecken zwischen dem LHC-Vorbeschleuniger SPS und dem LHC werden aus Russland geliefert. Die Verbindungsstrecken werden 540 Magnete beinhalten.

Februar: Die industrielle Fertigung des Magnetsystems für das LHC-Experiment ATLAS, des größten Magnetsystems in der Welt, beginnt mit der Herstellung von supraleitenden Kabeln.

1998

Vor einer Betonwand arbeiten zwei Bagger.
Aushebung der CMS-Halle

September: LHCb wird als viertes LHC-Experiment genehmigt. Mit LHCb soll die CP-Verletzung untersucht werden, die bei der Beantwortung der Frage helfen kann, wieso Materie und nicht Antimaterie in unserem Universum vorherrscht.

August: Die französische Regierung gibt das abschließende grüne Licht für die Baumaßnahmen für den LHC. Die zuständigen Schweizer Behörden stimmten Anfang des Jahres zu.

August: Die Baumaßen für das LHC-Experiment CMS beginnen: Zwei mehr als 60 Meter tiefe Schächte entstehen. Zuvor werden gallisch-römische Überreste ausgegraben.

Juni: Der erste Prototyp der LHC-Hauptdipolmagnete mit einer Länge von 15 Metern wird erfolgreich getestet. Er erreicht eine Magnetfeldstärke von 8,3 Tesla, wie sie für den LHC benötigt wird.

Baumaßnahmen in einer gigantisch großen Halle mit Betonwänden. Die Bauarbeiter wirken winzig, die Gerüste reichen mehrere Stockwerke hoch.
Baumaßnahmen in der ATLAS Halle

April: Die Baumaßnahmen für das LHC-Experiment ATLAS beginnen. Die Arbeiten beinhalten das Ausheben zweier Schächte, das Ausbaggern zweier unterirdischer Hallen und den Bau von Gebäuden an der Oberfläche.

1997

Dezember: Die USA unterzeichnen einen Vertrag, nach dem sie am LHC-Projekt teilnehmen – insbesondere sollen sie die supraleitenden Magnete besteuern. Heute sind rund 750 US-amerikanische Physiker Nutzer des CERN.

Dezember: Das italienische Institut INFN liefert den ersten Prototypen für die 15 Meter langen Dipolmagnete, die das Herz des LHC darstellen. Mehr als 1230 dieser Magnete werden für den LHC gebraucht.

Februar: Ein Magnetmodell von 15 Metern Länge wird in den Tunnel des zukünftigen Beschleunigers herabgelassen.

Februar: Das LHC-Experiment ALICE wird offiziell genehmigt. Das Experiment, das den Magneten des LEP-Experiments L3 wieder verwendet, soll Quark-Gluonen-Plasmen untersuchen, wie sie in den ersten Momenten des Universums existierten.

1996

Dezember: Kanada verkündet seine finanzielle Beteiligung am LHC. Aufgrund der Beiträge der Nicht-Mitgliedstaaten des CERN wird beschlossen, den LHC in einer statt den zunächst geplanten zwei Etappen zu bauen.

Juni: Russland kündigt eine finanzielle Beteiligung am LHC an.

März: Indien macht einen finanziellen Beitrag zur Konstruktion des LHC.

Februar: Vier Jahre nach den ersten technischen Projektvorschlägen werden die LHC-Detektoren CMS und ATLAS offiziell genehmigt. Beide Experimente zielen darauf ab, Higgs-Teilchen zu entdecken, was erklären würde, wie Teilchen zu ihrer Masse kommen. Zudem sollen die Experimente der dunklen Materie und dunklen Energie auf die Spur kommen.

1995

Oktober: Der technische Designreport zum LHC wird veröffentlicht. Dieses Dokument legt Betrieb und Aufbau des zukünftigen Beschleunigers im Detail fest.

1994

Der CERN Council stimmt dem Bau des LHC zu. Um das Projekt realisieren zu können, ohne das Budget von CERN zu vergrößern, wird beschlossen, den Beschleuniger in zwei Etappen zu bauen.

Die ersten Schritte

Die Idee des LHC entsteht in den 1980er Jahren. Obwohl der LHC-Vorgänger LEP noch nicht gebaut ist, überlegen die Teilchenphysiker, wie der 27 Kilometer lange Ringtunnel von LEP in Zukunft für eine noch leistungsstärkere Maschine wieder verwendet werden könnte.

In der zukünftigen Anlage sollen Protonen gegeneinander beschleunigt werden, um noch höhere Kollisionsenergien zu erreichen. Da Protonen zur Gruppe der Hadronen gehören, wird das Projekt auf den Namen „Large Hadron Collider (LHC)“ getauft.

1984 findet dann im schweizerischen Lausanne ein Symposium statt, das der offizielle Beginn des LHC-Projekts werden soll. Hier werden Arbeitsgruppen damit beauftragt, die Physikbereiche zu bestimmen, die mit dem LHC untersucht werden könnten. Anschließend bekommt der LHC für CERN eine hohe Priorität.

In den kommenden Jahren werden zahlreiche Treffen und Arbeitsgruppen organisiert. 1989 entstehen die ersten Kollaborationen. Das Jahr 1992 markiert dann den Beginn der LHC-Experimente, zu denen bei einem Treffen in Evian, Frankreich, erste Absichtserklärungen bekundet wurden.

In der Zwischenzeit wird ein Programm gestartet, das mit Hilfe von Modellen und Prototypen die technische Machbarkeit eines supraleitenden Teilchenbeschleunigers untersuchen soll.

Diese Treffen und Studien führen zur ersten Genehmigung des Projekts durch den CERN Council im Dezember 1994.