Simulation: Zerfall eines Higgs-Teilchens

Der Werdegang des ILC-Projekts

Von der Idee zum Weltprojekt: die wichtigsten Meilensteine auf dem Weg zum International Linear Collider ILC.

Laufend

Im Rahmen einer weltweiten internationalen Zusammenarbeit sind über 2000 Wissenschaftler aus mehr als 25 Ländern an den laufenden Entwicklungs- und Planungsarbeiten für den ILC beteiligt. Ziel ist die Ausarbeitung eines technischen Projektvorschlags mit detaillierten Kosten als Basis für die politische Grundsatzentscheidung zum Bau des International Linear Collider ILC in Amerika, Asien oder Europa.

August 2004

Foto einer metallischen Struktur, die aus neun aneinander geschweißten ovalen Zellen besteht.
Supraleitender Resonator

Auswahl der Beschleunigertechnologie (normalleitend oder supraleitend) für den International Linear Collider ILC: Nach intensiver achtmonatiger Begutachtung durch eine Expertengruppe („International Technology Recommendation Panel ITRP“) entschied das „International Committee for Future Accelerators ICFA“ – das Komitee, das die Teilchenphysik weltweit vertritt: Für den künftigen Linearcollider wird die supraleitende Beschleunigertechnologie eingesetzt. DESY und seine internationalen Partner – die „TESLA Technology Collaboration“ – haben diese Technologie gemeinsam entwickelt und an der TESLA-Testanlage in Hamburg erfolgreich getestet.

Februar 2004

Veröffentlichung einer Stellungnahme der OECD-Wissenschaftsminister („OECD Committee for Scientific and Technological Policy at Ministerial Level“), in dem diese „bestätigen, wie wichtig ein gesicherter Zugang zu Großgeräten für die Forschung ist, und die Bedeutung der langfristigen Stärke der Hochenergiephysik unterstreichen. Sie nehmen den weltweiten Konsens der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Kenntnis, die einen Elektron-Positron-Linearcollider als nächste Beschleunigeranlage ausgewählt hat, um die Entdeckungen zu vervollständigen und weiterzuführen, die der zurzeit bei CERN im Bau befindliche Large Hadron Collider voraussichtlich liefern wird. Sie stimmen überein, dass die Planung und Realisierung eines derart umfangreichen, langjährigen Projekts auf globaler Basis durchgeführt werden sollte und Absprachen sowohl zwischen den Wissenschaftlern als auch zwischen den Vertretern der Zuwendungsgeber der interessierten Länder erfordert“. Diese Stellungnahme macht die weltweite Unterstützung der Politik deutlich sowie die Bedeutung, die sie der Teilchenphysik und dem Linearcollider beimisst.

November 2003

Veröffentlichung des „20-Jahre-Plans“ des US-amerikanischen „Department of Energy DOE“, in dem die Prioritäten der USA für die Realisierung großer Forschungsanlagen in den nächsten 20 Jahren festgelegt werden. An erster Stelle der als „mittelfristig“ eingestuften Projekte steht der Elektron-Positron-Linearcollider.

April 2003

Veröffentlichung des Berichts der weltweiten Untersuchungsgruppe zu Physik und Detektoren an Linearcollidern („Worldwide Study of Linear Collider Physics and Detectors“), in dem das Forschungspotenzial des Linearcolliders eingehend dargelegt wird. Als erste weltweit gemeinsam verfasste Aussage zur Zukunft der Teilchenphysik wurde das Dokument von über 2000 Wissenschaftlern unterschrieben.

Februar 2003

Veröffentlichung des Abschlussberichts des „International Linear Collider Technical Review Committee ILCTRC“, das vom internationalen Komitee für zukünftige Beschleuniger („International Committee for Future Accelerators ICFA“) eingesetzt wurde, um den technischen Status der verschiedenen Linearcolliderprojekte zu begutachten.

Februar 2003

Veröffentlichung des Projektentwurfs („GLC Roadmap“) zum asiatischen Linearcollidervorschlag GLC.

Februar 2003

Grundsatzentscheidung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF):
Ein deutscher Standort für den Linearcollider wird noch nicht vorgeschlagen, da die internationalen Entwicklungen abgewartet werden sollen. DESY soll die international eingebetteten Forschungsarbeiten für TESLA weiterführen, um die Beteiligung Deutschlands an einem späteren globalen Linearcolliderprojekt zu ermöglichen. Damit ist die deutsche Regierung die erste, die sich grundsätzlich bereit erklärt hat, sich an einem künftigen internationalen Linearcolliderprojekt zu beteiligen.

2001-2002

Weltweite Einigung auf einen Linearcollider:
Ein Elektron-Positron-Linearcollider im Energiebereich von 500 bis etwa 1000 Giga-Elektronenvolt hat als nächster großer Beschleuniger für die Teilchenphysik höchste Priorität – dies ist das übereinstimmende Ergebnis von Studien der Komitees für zukünftige Beschleuniger in Asien (ACFA), Europa („European Committee for Future Accelerators ECFA“) und den USA („High Energy Physics Advisory Panel HEPAP“) sowie der „Consultative Group on High Energy Physics“ des „OECD Global Science Forum“. Einig ist man sich auch, dass ein solcher Beschleuniger in weltweiter Zusammenarbeit gebaut werden sollte und dass der Bau so bald wie möglich beginnen sollte, um eine möglichst große zeitliche Überlappung mit dem Betrieb des Protonenbeschleunigers LHC bei CERN in Genf zu erzielen.

März 2001

Foto des Publikums bei einer Veranstatlung in einer großen Halle.
Veröffentlichung des TESLA Technical Design Reports

Veröffentlichung des Projektentwurfs („TESLA Technical Design Report“) zum Linearcollidervorschlag TESLA.

Anfang der 1990er Jahre bis 2004

Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in internationaler Zusammenarbeit zu verschiedenen technologischen Konzepten für einen Elektron-Positron-Linearcollider an den Forschungszentren CERN (Schweiz, Projektvorschlag CLIC), DESY (Deutschland, Projektvorschlag TESLA), KEK (Japan, Projektvorschlag GLC) und SLAC (USA, Projektvorschlag NLC).