Radiowellen für die Gebäudesanierung

Ähnlich dem Prinzip der Mikrowelle wollen Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung mit Radiowellen Böden und Gebäude erwärmen und damit trocknen und von Schädlingen befreien.

Reinigung kontaminierter Böden mit Radiowellen
Reinigung kontaminierter Böden mit Radiowellen

Leipzig - Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) erforschen gemeinsam, wie Radiowellen künftig zur Sanierung von Gebäuden eingesetzt werden können. Hierfür entwickelten Wissenschaftler des UFZ eine Radiofrequenz-Technologie, die ursprünglich im Bereich der Bodensanierung zum Einsatz kam und künftig möglicherweise für Trockenlegung, Schadstoffbeseitigung und Holzschutz in Gebäuden genutzt werden kann. Ein Team der Fakultät Bauwesen der HTWK Leipzig untersuchet nun, inwieweit diese Technologie in verschiedenen Bereichen des Bauwesens anwendbar ist.

Die direkte Erwärmung unterschiedlicher Materialien mit Mikrowellen hat sich in den letzten Jahren in vielen Bereichen der Technik etabliert. Um jedoch tiefer in das Material eindringen zu können, nutzen die Wissenschaftler am UFZ dagegen Radiowellen mit einer größeren Wellenlänge, nämlich Kurzwellen im Frequenzbereich von 3 bis 50 MHz. Da die Energie so effektiver an die zu erwärmenden Stellen im Gemäuer gelangen kann, arbeitet dieses Verfahren nach Angaben der Wissenschaftler wesentlich schneller und kostengünstiger als bisherige Technologien. Darüber hinaus könne die Energie in alle Materialien eingebracht werden, weitgehend unabhängig von deren Feuchtigkeitsgehalt.

Nunmehr soll diese Radiowellen-Technologie in der Bausanierung angewendet werden - zum einen zum Trocknen von Materialien, zum anderen zur Bekämpfung von Schädlingen. Darüber hinaus untersuchen die Wissenschaftler, ob sich das Verfahren zum Entfernen von Salzen und Heizöl in Gemäuern eignet. Da der Baustoff dabei nicht beschädigt wird, ist die Methode auch für die Sanierung von denkmalgeschützten Bauwerken reizvoll. Die Forscher wollen außerdem prüfen, ob damit eine chemikalienfreie Bekämpfung von Holzschädlingen möglich ist.

Das UFZ und die HTWK Leipzig arbeiten schon seit mehreren Jahren in diesem Bereich zusammen, wobei ursprünglich die Reinigung von schadstoffbelasteten Böden im Mittelpunkt stand. In dem neuen Projekt wollen die Wissenschaftler gemeinsam untersuchen, ob das Verfahren auch an größeren Flächen bis hin zu Gebäuden aus unterschiedlichen Materialien (z.B. Holz, Sandstein, Beton) funktioniert. Hierfür wird an der HTWK Leipzig nicht nur eine weitere Versuchsanlage gebaut.