Pack beides in den Tank: Diesel und Benzin

Mit einem ausgeklügelten Mischverfahren nutzt ein Motor die Vorteile beider Treibstoffe -- sowohl Verbrauch als auch Schadstoffemissionen lassen sich deutlich senken

Detroit (USA) - Trotz intensiver Entwicklung an Elektromobilen werden die meisten Autos noch lange mit Verbrennungsmotoren fahren. Um deren Effizienz zu erhöhen und zugleich weniger Schadstoffe auszustoßen, zündeten amerikanische Motorenentwickler in einer Testmaschine beide verbreiteten Kraftstoffe, Diesel und Benzin, gleichzeitig. Wie sie diese Woche auf der Diesel Engine-Efficiency and Emissions Research Conference in Detroit berichteten, konnten sie so die Vorteile beider Motorentypen miteinander vereinen.

"Mit dieser neuen Strategie können die Treibstoff-Eigenschaften und der Verbrennungsprozess durch die Mischung von Diesel und Benzin exakt kontrolliert werden", sagt Rolf Reitz, Antriebsforscher an der University of Wisconsin-Madison. In ersten Testläufen lief ihr Benzin-Diesel-Motor sparsamer als die derzeit verfügbaren Turbodiesel und stieß wegen des Benzinanteils deutlich weniger Schadstoffe aus. Von zentraler Bedeutung war dabei, dass je nach Betriebsart des Motors die Menge des eingespritzten Diesels genau an die Anforderungen angepasst wurden. So konnte selbst der schwer entzündliche Dieseltreibstoff ohne hohe Verdichtung effizient verbrannt werden.

Um etwa ein Drittel weniger Treibstoff zu verbrauchen, müssen aus zwei getrennten Tanks unterschiedliche Benzin- und Dieselmengen in die Zylinder injiziert werden. Bei Volllast lieferte ein Gemisch mit nur 15 Prozent Dieselanteil die besten Leistungswerte, bei Teillast eine 50:50-Mischung. Verluste durch ungenutzte Abwärme als auch der Schadstoffaustoß im Vergleich zu konventionellen Diesel-Motoren konnten so drastisch gesenkt werden. Reitz schätzte ab, dass eine LKW-Flotte in den USA so etwa ein Drittel Treibstoff einsparen könnte. "Das entspricht in etwa der Ölmenge, die wir aus der Region des Persischen Golfs importieren", so der Motorenentwickler.

Da weder extrem hohe Einspritzdrücke noch eine hohe Verdichtung für diese Benzin-Diesel-Verbrennung nötig sind, glaubt Reitz an eine kostengünstige Produktion von Benzin-Diesel-Motoren. Notwendig sei lediglich eine exakte Einspritzkontrolle der beiden Kraftstoffe in Abhängigkeit von der Fahrweise. "Wichtiger als die Effizienz ist jedoch, dass wir die strengen Emissionsgrenzen relativ leicht einhalten können", sagt Reitz.