Crash im Weltall

Am Dienstag sind über Sibirien zwei Satelliten zusammengestoßen - die Trümmer können langfristig auch die Internationale Raumstation gefährden

Müll im All
Müll im All

Washington (USA) - Am Dienstag um 17 Uhr 55 Mitteleuropäischer Zeit krachte es 790 Kilometer über Sibirien: Ein Kommunikationssatellit des amerikanischen Unternehmens Iridium und eine russischer "Cosmos"-Satellit stießen mit hoher Geschwindigkeit zusammen. Die Radaranlagen der US-Weltraumüberwachung zeigten später zwei große Trümmerwolken, die sich im All ausbreiteten.

"Es ist das erste Mal in der Geschichte der Raumfahrt, dass zwei intakte Raumfahrzeuge miteinander kollidieren", erklärt Nicholas Johnson, der bei der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa für die Überwachung von Trümmern in der Erdumlaufbahn zuständig ist. Immer wieder explodieren Raketenstufen im All oder ausgediente Satelliten zerbrechen. Vor zwei Jahren hinterließ der Test einer Anti-Satelliten-Waffe durch die Chinesen 2500 neue Trümmerstücke im erdnahen Weltall. Insgesamt verfolgen die Radars der US-Weltraumüberwachung 18.000 Objekte bis hinab zu wenigen Zentimetern Größe im Orbit. Die Kollision der beiden Satelliten hat nun 500 weitere Trümmerteile produziert.

Da die Internationale Weltraumstation ISS die Erde in einer Höhe von 350 Kilometern umkreist, also deutlich unterhalb der Trümmerwolke, besteht nach Angaben der Nasa zunächst keine unmittelbare Gefahr. Doch da die Trümmerwolke sich mit der Zeit ausbreitet und die einzelnen Stücke sich durch die Reibung an der dünnen Restatmosphäre langsam an die Erde annähern, könnte es langfristig auch zu einer Gefährdung der ISS durch Trümmer der Kollision kommen. Zudem stellen die Trümmer auch eine Gefahr für andere Satelliten in höheren Umlaufbahnen dar.