Roboter-Heuschrecke springt meterweit

Schweizer Forscher entwickeln kleinen Hüpfroboter

Hüpfroboter und sein natürliches Vorbild
Hüpfroboter und sein natürliches Vorbild

Lausanne (Schweiz) - Auf sechs Rädern oder acht Beinen bewegen sich heute Roboter auf unebenem Gelände und überwinden kleine Hürden. Noch mehr Bewegungsfreiheit hat eine Roboter-Heuschrecke, die schweizer Wissenschaftler auf der Roboter-Tagung "IEEE International Conference on Robotics and Automation" in Pasadena präsentieren. Nur fünf Zentimeter groß und sieben Gramm schwer springt der mechanische Minihüpfer bis zu anderthalb Meter weit, das 27-fache der eigenen Größe.

"Diese biomimetische Art des Springens ist einzigartig" sagt Dario Floreano von der Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL). Damit können sich winzige Roboter viel besser über unwegsames Gelände bewegen als alle laufenden oder rollenden Maschinen, die bisher entwickelt wurden. Den Antrieb schauten sich die Forscher von springenden Tieren wie Flöhen, Fröschen oder Heuschrecken ab. Ein elastischer Mechanismus reagiert dabei so schnell, dass kraftvolle Sprünge möglich werden. Ein kleiner Motor in dem Sprung-Roboter spannt dabei alle drei Sekunden zwei Spiralfedern in den mechanischen Beinen. Mit einer Batterieladung kann der künstliche Grashüpfer etwa 320 Sprünge machen.

"Diese winzigen Sprungroboter könnten auch mit Solarzellen ausgestattet werden und in ganzen Schwärmen unzugängliche Regionen auf der Erde oder anderen Planeten auskundschaften", sagt Floreano. Sie sind dabei groß genug, um Gassensoren oder sogar winzige Kameras zu tragen. Diese Maschinen könnten zudem bei der Suche nach Verschütteten beispielsweise in eingestürzten Bergstollen oder auch für militärische Spähkommandos genutzt werden.