In Jülich rechnet der schnellste zivil genutzte Computer der Welt

Auf der neuesten TOP500-Liste der größten Supercomputer, die heute auf der Supercomputing-Konferenz im amerikanischen Reno veröffentlicht wird, nimmt das Forschungszentrum Jülich den 2. Platz ein.

Supercomputer JuGene in Jülich
Supercomputer JuGene in Jülich

Jülich/Reno (USA) - Mit 167 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde – kurz 167 Teraflops - ist JUGENE der schnellste Rechner in Europa und zugleich der leistungsfähigste zivil genutzte Computer der Welt. Den Spitzenplatz nimmt wie in den Vorjahren der IBM BlueGene/L-Rechner am Lawrence Livermore National Laboratory ein, der von den USA auch für militärische Zwecke genutzt wird. Seine Leistung wurde in den letzten sechs Monaten fast verdoppelt auf 478.2 Teraflops. Auf Platz 3 folgt der SGI-Rechner am New Mexico Computing Applications Center mit einer Geschwindigkeit von 126.9 Teraflops.

"Wir erreichen mit Jugene einen hohen Mehrwert für die Forschung, da wir neben den Höchstleistungsrechnern über ein einmaliges wissenschaftliches Umfeld verfügen", sagt Achim Bachem, Vorsitzender des Vorstandes des Forschungszentrums Jülich. IBM lieferte diesen Rechner des Typs Blue Gene/P, in dem insgesamt 65.000 Prozessoren miteinander kommunizieren. Jugene ist damit ein wichtiger Teil der europäischen Supercomputer-Infrastruktur, um Forschung und Entwicklung in Europa weltweit konkurrenzfähig zu halten.

Wissenschaftler aus allen Bereichen - von der Materialwissenschaft über die Teilchenphysik bis hin zu Medizin und Umweltforschung – können auf Antrag diese Maschine für ihre komplexen Simulationen nutzen. Diese Berechnungen werden nicht nur in der Grundlagenforschung zunehmend wichtiger. Auch Ingenieure nutzen die gewaltige Kapazität der Rechner, um den Wirkungsgrad von Kraftwerken, Luftströmungen an Flugzeugen oder die Sicherheit von Fahrzeugen zu optimieren.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Supercomputer stößt Indien in die Spitze der Supercomputernationen vor. An den Computational Research Laboratories in Pune erreicht eine Hewlett-Packard-Plattform 117.9 Teraflops. Mit einem Blick auf die gesamte Top500-Liste sind nach wie vor die USA mit den meisten Rechnern, 284 von 500, vertreten. Europa baut ebenfalls kräftig aus und beheimatet 149 Systeme, gefolgt von Japan mit 20, Taiwan mit 11, China mit 10 und Indien mit neun Supercomputern.