EU startet europäisches Netzwerk für Wasserstofftechnik

Brüssel fördert Technik für Brennstoffzellen und Wasserstoffautos mit 470 Millionen Euro

Brüssel (Belgien) - Schon in zehn Jahren könnten fünf Millionen Autos mit Wasserstoffantrieb über die Straßen der Welt rollen. Mit kleinen Brennstoffzellenkraftwerken im Keller sollen bald Häuser mit Strom und Wärme aus Wasserstoff versorgt werden. Die Europäische Kommission brachte diese Woche für diese Zukunft eine neue Technologie-Initiative -- Joint Technology Initiative on Fuel Cell and Hydrogen -- auf den Weg, mit der möglichst schnell marktreife Produkte für die Energieversorgung mit Wasserstoff entwickelt werden sollen. EU und Industrie werden in diese Plattform in den kommenden sechs Jahren rund eine Milliarde Euro investieren.

"Wasserstoff ist der Energieträger der Zukunft. Und wir wollen so rasch wie möglich die saubere und klimaschonende Technologie zu erschwinglichen Preisen verfügbar machen"; sagt Fotis Karamitsos, vom EU-Ressort für Energie und Transport. Brüssel unterstützt diese Initiative mit insgesamt 470 Millionen Euro. Der gleiche Betrag wird zugleich von der europäischen Industrie bereitgestellt. Bis Ende dieses Jahres sollen 65 große und kleine Unternehmen an der Initiative mitarbeiten, die alle zu den technologisch führenden auf dem Gebiet der Brennstoffzellen und Wasserstofftechnologie gehören. "Wasserstoff kann auch eine Jobmaschine sein. Bis 2030 können in Europa in diesem Feld eine halbe Million Arbeitsplätze entstehen", sagt André Martin, Leiter der Industrievertreter innerhalb der Initiative.

Die Herausforderungen, in den nächsten zehn Jahren möglichst viele Produkte vom Brennstoffzellenauto bis zum Minikraftwerk im Keller auf den Markt zu bringen, sind dabei enorm. Parallel muss eine Infrastruktur für die Verteilung des energiereichen Gases aufgebaut werden. Zudem müssen für die Erzeugung von Wasserstoff neue Quellen gefunden werden, um ihn nicht mehr wie heute aus Erdgas zu gewinnen. Die EU-Initiative soll hier das Wissen europaweit bündeln und die hier ansässigen Unternehmen gegen die Konkurrenz aus den USA und Fernost stärken.