Abheben mit Wasserstoff

Vor wenigen Wochen hat das erste Flugzeug mit Wasserstoffantrieb erfolgreich seinen Jungfernflug absolviert.

Das Brennstoffzellen-Flugzeug "HyFish" des DLR
Das Brennstoffzellen-Flugzeug "HyFish" des DLR

Stuttgart/Bern (Schweiz) - Auf einer Wiese im Berner Oberland zeigte Hyfish, eine Entwicklung vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart, was er kann. Wie die Forscher berichteten, erreichte Hyfish Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde.

"Mit ein bis zwei Minuten war die Flugdauer leider etwas kurz", sagt Hyfish-Projektleiter Till Kaz. Trotz des kurzen Flugs beschleunigte der innenliegende Propeller das Modell auf rasante 100 Kilometer pro Stunde. Keine Batterie, sondern allein Strom aus der Brennstoffzelle speiste den Elektromotor.

Unter die schnittige Glasfaserhaut des 1,2 Meter langen Flugmodells packten Kaz und seine Kollegen Motor, Gastank, Elektronik und Brennstoffzellen. Das Ziel: mit wenig Gewicht und Platz möglichst viel Leistung zu erzeugen. Ein Kilowatt liefert das drei Kilogramm leichte Antriebssystem, wobei das Wasserstoffgas unter 200 Bar Druck nur wenige Gramm ausmacht.

In allzu große Höhen stieß Hyfish auf seinem Jungfernflug noch nicht vor. Der Testpilot wollte weder den Sichtkontakt verlieren noch die Reichweite seiner Fernsteuerung von etwa 300 Metern überschreiten. "Doch mit diesem Prototyp sind für etwa 15 Minuten Flüge bis 2000 Meter Höhe möglich", sagt Kaz. Darüber hinaus wird Hyfish interessant als Messflugzeug für die Atmosphärenforscher. Allerdings müsste Kaz dazu noch einen Sauerstofftank zusätzlich unterbringen, weil in großer Höhe die Luft zu dünn ist. Ohne Sauerstoff kann keine Brennstoffzelle den Energieträger Wasserstoff in elektrischen Strom und Wasserdampf umsetzen.

Nach weiteren Testflügen rund um Ostern wird Kaz den Hyfish auf der Hannovermesse präsentieren. "Wir schauen, ob jemand mit einer guten Idee für eine Anwendung auf uns zukommt", so der DLR-Forscher. Denn der kompakte Wasserstoffantrieb hat von der Kapazität her das Potenzial, die besten Lithium-Polymer-Batterien zu schlagen. Damit lockt der mobile Einsatz im Elektroboot, in tragbaren Stromgeneratoren oder gar in Rasenmähern.