Windenergie liefert 2050 ein Drittel des Stroms

Der Energieverbrauch wird in den kommenden 24 Jahren um über die Hälfte zunehmen

London (Großbritannien) - Für den Löwenanteil dieses Anstiegs werden China und Indien verantwortlich sein. Zu diesem Ergebnis kommt die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem aktuellen World Energy Outlook.

Auch die Nachfrage nach Rohöl wird von 84 Millionen im vergangenen Jahr auf 116 Millionen Barrels pro Tag 2030 deutlich zunehmen. Und China soll nach derzeitigen Schätzungen bereits 2010 die USA als größten Erzeuger des Treibhausgases Kohlendioxid ablösen.

Dieser wachsende Energiebedarf wird jedoch zunehmend aus regenerativen Quellen gedeckt. So könne die Windenergie 2050 mehr als 34 Prozent des weltweiten Strombedarfs decken. Das Global Wind Energy Council (GWEC) schätzt, dass im Jahr 2050 eine Windenergie-Leistung von über 3000 Gigawatt installiert sein wird, womit über 7900 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert werden.

"Herkömmliche Energie wird knapper und teurer. Da Windenergie immer günstiger wird und die Strompreise im Großhandel senkt, ist bereits heute die Nachfrage nach Windkraftanlagen rapide gestiegen", sagt Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbands WindEnergie (BWE) zu diesem Trend. Nach der Prognose von GWEC werden 2050 rund 156 Gigawatt neue Windenergie-Leistung pro Jahr erstellt werden. 2005 waren die USA Spitzenreiter im Neubau von Windkraftanlagen (2,4 Gigawatt), gefolgt von Deutschland (1,8 GW), Spanien (1,8 GW) und Indien (1,4 GW).

Zugleich rechnet die internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit einem moderaten Ausbau der Kernkraft bis 2020. "Kernkraft bleibt eine mögliche, attraktive Option für die Zuverlässigkeit der Stromversorgung und geringen Kohlendioxid-Emissionen", sagt IEA-Direktor Claude Mandil. Aber die Finanzierung bleibe eine Herausforderung. Da die Wachstumsraten bei der Windkraft höher ausfallen, könne diese Form der Stromerzeugung die Kernkraft bereits im Jahr 2020 weltweit einholen.