Entwicklung Windleistung

Ausbau der Windkraft für die Energieversorgung

Weltweit liefert Wind bisher nur einen kleinen Bruchteil des benötigten Stroms. Doch diese Energiequelle wird stetig ausgebaut. Deutschland war bis 2007 noch Windweltmeister, doch seit dem Jahr 2010 liegt die Volksrepublik China vorne. Deutschland steht nur noch auf Platz drei der Weltrangliste hinter den USA, danach folgten Spanien und Indien.

Windenergie und Biomasse waren 2014 die beiden Hauptquellen für den Beitrag der erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung in Deutschland, gefolgt von Photovoltaik und Wasserkraft. Von 2013 auf 2014 ist die Menge des Stroms aus Windenergie wieder deutlich um gut sechs Prozent auf etwa 56 Terawattstunden (TWh) gestiegen. Der kontinuierlich steigende Trend beim Ausbau der Windkraft hat sich auf insgesamt über 25.373 Anlagen (onshore und offshore) fortgesetzt und ergab zusammen eine installierte Kraftwerkskapazität von 40.457 Megawatt (MW).

Entwicklung der installierten Leistung und der Anzahl der Windenergieanlagen in den Jahren 1991 bis 2014 in Deutschland. Die Leistung stieg seit dem Jahr 2000 stark an und erreicht 2014 fast 38.000 Megawatt. Die Zahl der Anlagen stieg weniger stark, sie lag 2014 bei knapp 25.000.
Windenergieanlagen und deren Leistung in Deutschland

Der Anteil der Windenergie an der Primärenergieversorgung Deutschlands hat sich im Jahr 2014 leicht gegenüber dem Jahr 2013 erhöht.

Für die Windnutzung an Land beträgt nach Abschätzung des Umweltbundesamtes vom Juni 2014 das theoretische Potenzial für die installierbare Leistung 1190 Gigawatt mit einem Ertrag von 2900 Terawattstunden pro Jahr. Dazu würde eine Fläche von 49.400 Quadratkilometer benötigt, entsprechend rund 14 Prozent der Landfläche in Deutschland. Bei Berücksichtigung realistischer heutiger technischer Möglichkeiten sowie ökologischer und wirtschaftlicher Randbedingungen reduziert sich jedoch das Potenzial auf eine installierbare Leistung von 930 Gigawatt und einen potenziellen Ertrag von 2400 Terawattstunden pro Jahr.

In China gab es mit rund 115.000 Megawatt die weltweit größte installierte Windleistung, mit rund 66.000 Megawatt folgten die USA, in Deutschland waren es 39.000 Megawatt. Ebenfalls in der Top-Ten-Liste standen Spanien, Indien, Großbritannien, Italien, Frankreich, Kanada und Brasilien.
Top 10 der weltweit installierten Windleistung 2014 nach Staaten

Ein weiteres großes Potenzial für die Stromversorgung liegt in Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee. Die ersten Schritte sind hier mit einer insgesamt installierten Leistung von 2352 Megawatt im Jahr 2014 erfolgreich gemacht worden. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums wird das Gesamtpotenzial der Offshore-Windnutzung auf eine Leistung von 35 Gigawatt geschätzt.

Insgesamt ist seit Anfang der 1990er Jahre ein rasanter Anstieg der Windenergienutzung in Deutschland zu beobachten. So wuchs die Zahl der Windkraftanlagen seit Anfang dieses Jahrtausends bis zum Jahr 2014 von 9359 auf 25.373. Das entsprach einer installierten Leistung zu Land und zur See von insgesamt 40.457 Megawatt. Der Trend ist weiterhin steigend, wenn sich auch seit einigen Jahren eine Sättigung bei der Zahl der installierten Anlagen abzuzeichnen scheint.

Die produzierte Menge an Strom aus Windenergie ist dem Ausbau der Windkraftwerke weitgehend gefolgt, wenn auch nicht immer exakt mit der Höhe der installierten Leistung, weil auch die Windverhältnisse und damit die Meteorologie eines Jahres eine wichtige Rolle spielen. Hierfür war der Übergang vom Jahr 2011 auf das Jahr 2012 ein gutes Beispiel, als trotz steigender Zahl der Windkraftanlagen die produzierte Strommenge zurückging. Von 2013 auf 2014 hingegen ist sie wieder von 52,2 Terawattstunden auf über 56 Terawattstunden gestiegen, was in dem Jahr einem Anteil an der Bruttostromerzeugung von rund neun Prozent entsprach.

Nach Angaben des Global Wind Energy Council (GWEC) waren 2014 weltweit 369.597 Megawatt an Windkapazität installiert. Davon befanden sich 84 Prozent in nur zehn Ländern, angeführt von China, den USA und Deutschland.