Speicherkraftwerke
Speicher(see)kraftwerke sind Wasserkraftwerke mit natürlichen oder künstlichen Wasserspeicherreservoiren, welche im jahreszeitlichen Gang mit Niederschlagswasser und ggf. Schmelzwasser aus Zuläufen (Bäche, Flüsse) gespeist werden.
Bei Stauhöhen zwischen Wasserspiegel des Speichersees und Einlauf zu den Turbinengeneratoren von 50 bis einigen 100 Meters spricht man von Hochdruckturbinenkraftwerken. Mit Speicherkraftwerken kann die Erzeugung von elektrischer Energie – solange der Speichersee ausreichend gefüllt ist – gut einem zeitlich fluktuierenden Strombedarf angepasst werden.
Eine Besonderheit sind künstliche Pumpwasserspeicherkraftwerke zum täglichen Ausgleich zwischen dem im Tagesverlauf stark schwankenden Strombedarf – Spitzenbedarf zu bestimmten Stunden am Tag, Niedrigbedarf während einiger Nachtstunden – und dem vergleichsweise tageszeitlich konstanten Stromangebot aus Kohle- und Kernkraftwerken. Bei dieser Art von Wasserkraftwerk kann ein und dieselbe Turbinen-Generator/Elektromotor-Anlage mit einem bis zu einigen 100 Meter hochgelegenen Pumpwasserspeicher und einem auf Höhe der Turbinen gelegenen Vorratswasserspeicher umgeschaltet werden vom (Fallwasser-)Turbinenantrieb des Stromgenerators auf Elektromotorantrieb der (Pumpwasser-)Turbinen. Damit kann tageszeitlich (Überschuss-)Strom mit moderaten Verlusten, im Bestfall (Goldisthal) etwa 20 Prozent, (indirekt) gespeichert werden.
Weltweit größte Speicherkraftwerke
- Itaipu-Kraftwerk an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay mit einer Wasserfallhöhe von maximal 195 Metern, einer maximalen Stromleistung von 14.000 MW, dies mittels 20 Turbinengeneratoren à 700 MW Leistung, und einer maximal erzeugbaren elektrischen Energie von 75 TWh pro Jahr.
- Das 3-Schluchten-Kraftwerk am Yangtse in China mit einer Wasserfallhöhe von maximal 185 Metern, einer maximalen Stromleistung von 18.200 MW, dies mittels 26 Turbinengeneratoren à 700 MW, und einer maximal erzeugbaren elektrischen Energie von 85 TWh pro Jahr.
Als Beispiel für ein reines Pumpspeicherkraftwerk ohne natürlichen Zufluss in den Pumpspeichersee zum täglichen stundenweisen Ausgleich von unterschiedlichem Strombedarf und Stromangebot sei hier genant das größte, 2003 in Betrieb gegangene Pumpspeicherkraftwerk in Deutschland, in Goldisthal, Thüringen, mit einem künstlichen Pumpwasserspeicher für 6 Millionen m³ Wasser in einer Pump-/Fallhöhe von 300 Metern, einer maximalen Stromleistung von einem Gigawatt (GW) und einer maximal gespeicherten Energie von acht Gigawattstunden (GWh). In Deutschland sind derzeit insgesamt Pumpspeicherkraftwerke mit einer maximalen Gesamtleistung von fast 6,6 Gigawatt installiert, mit einer Gesamtspeicherkapazität von etwa 240 GWh.
