Raffinerien und Pipelines

Raffinerien

Eine Raffinerie ist eine Industrieanlage, in der das Rohöl, das aus dem Bohrloch kommt, zu höherwertigen Mineralölprodukten verarbeitet wird. Im Jahr 2010 waren in Deutschland 15 Raffinerien im Betrieb mit einer Gesamtproduktionskapazität von nominal knapp 118 Millionen Tonnen pro Jahr.

Das heute in so großem Maße genutzte Erdöl ist das Produkt eines sehr langen erdgeschichtlichen Prozesses. Vor etwa 150 Millionen Jahren lagerte sich organisches Material, zum Beispiel Algen, Schicht für Schicht auf dem Grund von Meeren und Seen in Tiefen von mehr als 200 Metern ab. Wegen des dort herrschenden Sauerstoffmangels konnte es jedoch nicht verwesen und wurde von Sedimenten überlagert. Weil der Druck sich mit jeder neuen Sedimentschicht erhöht, verfestigte sich das organische Material zu so genanntem Muttergestein, aus dem Erdöl entstehen kann. Dazu müssen allerdings besondere Bedingungen gegeben sein: Temperaturen von 80 bis 150 Grad Celsius und Drücke, wie sie in einer Tiefe von 1500 bis 3000 Metern auftreten.

Grafik, Deutschlandkarte: Die insgesamt 11 Raffinerienstandorte in Deutschland sind mit orangefarbenen Punkten gekennzeichnet, dazwischen verlaufen in gelb die Pipelines zum Rohöltransport.
Raffinerien in Deutschland

Das Öl ist fließfähig und wird durch den hohen Druck in poröse Gesteinsschichten gepresst. Da es ein geringeres spezifisches Gewicht als das umgebende Wasser hat, kann es in den Porenräumen ganz langsam nach oben steigen. Es steigt so lange, bis es in einer Schicht aus undurchlässigem Material wie Ton oder Salz in so genannten Fallen aufgefangen wird. Dort sammelt es sich an und bildet schließlich eine Erdöllagerstätte, die man sich vorstellen kann wie einen riesigen Schwamm aus porösem Gestein, der mit Erdöl voll gesogen ist.

Im Jahr 2010 hatte Deutschland nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen einen Ölverbrauch von rund 110 Millionen Tonnen Öleinheiten. Das entsprach einem Energieinhalt von 4727 Petajoule. Etwa 85 Prozent davon mussten 2010 importiert werden. Den größten Anteil hatten die ehemaligen GUS-Staaten (49,2 Prozent), vor allem Russland mit 36 Prozent, gefolgt von Förderungen aus der Nordsee (Großbritannien, Norwegen, Dänemark) mit 25,6 Prozent und Afrika (Libyen und Nigeria) mit 12 Prozent.

Insgesamt kam das Rohöl aus 26 Ländern weltweit. Hätte man die gesamte Menge über den Seeweg transportiert, wären dazu 200 Supertanker mit einem Fassungsvermögen von je 500.000 Tonnen nötig gewesen.