Ölreserven

Erdöl

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) in Paris und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) führen in regelmäßigen Abständen Schätzungen der Weltenergiereserven durch. Danach schätzte die BGR für das Jahr 2009 die Weltvorräte an konventionellen Erdölvorkommen Erdöl auf 1959 Milliarden Barrel.

Wenn auch die angegebenen Zahlen für die Welterdölreserven zeitlichen Schwankungen unterliegen, so ist doch sicher, dass die Vorräte an Öl nur endlich groß sind, also trotz aller Bemühungen zur Auffindung neuer Lagerstätten immer begrenzt bleiben werden. Wie lange die Vorräte noch reichen, hängt nicht zuletzt von der Höhe des Verbrauchs dieser nicht regenerierbaren Ressource ab. Das weltweit ungebremst weitere Anwachsen des Ölverbrauchs kann deshalb nicht beliebig lange weiter gehen. Hierzu zwingen uns nicht nur die endlichen Vorräte, deren Erschließung immer teurer wird und damit zu entsprechenden Kostensteigerungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher führen, sondern auch die ständig steigende Belastung mit Kohlendioxid (CO2), die mit der anwachsenden Verbrennung von Erdöl verbunden ist.

Verteilung unkonventioneller ÖlreservenErdöl in Zahlen
Bilderstrecke mit Fakten zu weltweiten Erdölvorkommen

Die Menschheit muss deshalb mit Nachdruck Techniken entwickeln, mit denen die gleichen Dienstleistungen mit weniger Öleinsatz bereitgestellt werden können oder die auf anderen Energiequellen mit weniger Umweltbeeinträchtigungen und größeren Ressourcen beruhen. Dies betrifft aus heutiger Sicht vor allem den Verkehr, welcher mit gut 50 Prozent am derzeitigen Ölverbrauch beteiligt ist. Die andere Hälfte verteilt sich auf den Verbrauch in den Endenergiesektoren Industrie, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und den Haushalten sowie zu einem kleinen Teil auf die Stromerzeugung.

Die Verringerung der Abhängigkeit unseres Energiesystems vom Erdöl war bereits eines der dringendsten Ziele als Folge der ersten Ölpreiskrise 1974/75. Zu der Zeit betrug der Ölanteil an unserer Primärenergieversorgung (alte BRD) 52 Prozent. Er ist heute auf etwa 34 Prozent gesunken. Dies ist sicher ein großer Fortschritt, zumal Deutschland seither noch größer geworden ist. Aber in absoluten Zahlen liegt der Ölbedarf heute immer noch bei etwa 4700 Petajoule pro Jahr, allerdings mit leicht fallender Tendenz nach einem Verbrauchshöhepunkt Mitte der 1990er Jahre. Das damalige Motto "Weg vom Öl" bleibt damit weiterhin oben auf der Tagesordnung.