Windhose (flickr, bigod)

Windenergie

Die Nutzung der Windenergie ist schon sehr alt, das Windrad wird bereits um 100 n. Chr. in den Pneumatica des Heron von Alexandria erwähnt. Die Anlagen dienten vor allem zum Mahlen von Korn und zum Pumpen von Wasser. Heute liegt die Bedeutung der Windkraft vor allem in der Gewinnung von Strom.

In Europa sind erste Windmühlen zur Verrichtung von mechanischer Arbeit Anfang des 12. Jahrhunderts eingesetzt worden. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts waren in unserem Kontinent etwa 200.000 Windmühlen in Betrieb.

Für die technische Infrastruktur der damaligen Volkswirtschaften waren sie somit von großer Bedeutung. Mit dem Siegeszug der Dampfmaschine, mit der es möglich wurde, mechanische Energie im Gegensatz zur Windkraft praktisch auf Knopfdruck bereit zu stellen, verloren die Windmühlen jedoch an Bedeutung. Sie wurden deshalb gegen Ende des 18. Jahrhunderts zum größten Teil in Europa aufgegeben. Allerdings wurden und werden Windkraftanlagen auch weiterhin dort eingesetzt wo sie spezielle Vorteile bieten wie beispielsweise als Wasserpumpen in abgelegenen Gebieten.

Das Problem der Unregelmäßigkeit der Windenergie besteht natürlich nach wie vor. Deshalb können die Windkraftwerke nur im Verbund mit anderen Kraftwerken betrieben werden, um eine bedarfsgerechte Stromversorgung aufrechterhalten zu können. Diese Kraftwerke müssen ständig verfügbar vorgehalten werden und in der Lage sein, die schwankende und bei Windstille sogar gänzlich ausbleibende Stromeinspeisung der Windenergie durch schnelles Nachregeln der eigenen Leistung zu kompensieren. Allerdings verringert sich dieses Problem mit steigender Zahl von Windanlagen, da sich dann Stillstands- und Betriebszeiten der Anlagen etwas ausgleichen können.

Die für die Energiebereitstellung nutzbaren Volllaststunden der Windenergie summieren sich an den günstigen Standorten an der Nordsee zu rund 2000 Stunden im Jahr, also etwa 23 Prozent der Jahreszeit. An Offshore-Standorten steigen sie auf rund 3000 Stunden.