Windhose (flickr, bigod)

Windenergie

Die Nutzung der Windenergie ist schon sehr alt, das Windrad wird bereits um 100 n. Chr. in den Pneumatica des Heron von Alexandria erwähnt. Die Anlagen dienten vor allem zum Mahlen von Korn und zum Pumpen von Wasser. Heute liegt die Bedeutung der Windkraft vor allem in der Gewinnung von Strom.

In Europa sind erste Windmühlen zur Verrichtung von mechanischer Arbeit Anfang des 12. Jahrhunderts eingesetzt worden. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts waren in unserem Kontinent etwa 200.000 Windmühlen in Betrieb.

Für die technische Infrastruktur der damaligen Volkswirtschaften waren sie somit von großer Bedeutung. Mit dem Siegeszug der Dampfmaschine, mit der es möglich wurde, mechanische Energie im Gegensatz zur Windkraft praktisch auf Knopfdruck bereit zu stellen, verloren die Windmühlen jedoch vielfach an Bedeutung. Sie wurden deshalb gegen Ende des 18. Jahrhunderts zum größten Teil in Europa aufgegeben. Allerdings wurden und werden Windkraftanlagen auch weiterhin dort eingesetzt wo sie spezielle Vorteile bieten wie beispielsweise als Wasserpumpen in abgelegenen Gebieten.

Diese Situation hat sich jedoch seit Beginn des 21. Jahrhunderts mit der enormen Steigerung der globalen Nutzung erneuerbarer Energien auch für die Windkraft total verändert. Sie ist eine der entscheidenden Komponenten im schnell wachsenden Mix der erneuerbaren Energie weltweit. Allein in Deutschland hat sich die Stromerzeugung durch Windkraftwerke von 2000 bis 2013  um mehr als 460 Prozent gesteigert. Dem lag ein Ausbau der Windkraft im gleichen Zeitraum von 9.359 auf 23.645 Anlagen zu Grunde mit einer Erzeugungskapazität von 6.095 Megawatt im Jahr 2000 beziehungsweise 33.730 Megawatt im Jahr 2013.

Das Problem der Unregelmäßigkeit der Windenergie besteht natürlich nach wie vor. Deshalb werden die Windkraftwerke  im Verbund mit anderen Kraftwerken betrieben, um eine bedarfsgerechte Stromversorgung aufrechterhalten zu können. Diese Kraftwerke müssen ständig verfügbar vorgehalten werden und in der Lage sein, die schwankende und bei Windstille sogar gänzlich ausbleibende Stromeinspeisung der Windenergie durch schnelles Nachregeln der eigenen Leistung zu kompensieren. Allerdings verringert sich dieses Problem mit steigender Zahl von Windanlagen, da sich dann Stillstands- und Betriebszeiten der Anlagen etwas besser ausgleichen können.

Die für die Energiebereitstellung nutzbaren Volllaststunden der Windenergie summieren sich an den günstigen Standorten an der Nordsee zu rund 2000 Stunden im Jahr, also etwa 23 Prozent der Jahreszeit. An Offshore-Standorten steigen sie sogar auf rund 3000 Stunden.