Nanonetzwerke gegen Ölpest

Hochporöses Material sammelt unter Wasser effizient Ölrückstände auf

Dalian (China) - Strömt nach einer Havarie eines Tankers oder einer Bohrplattform Öl ins Meer, kann es an der Wasseroberfläche mühsam aufgefangen oder mit Chemikalien gebunden werden. Um nun auch durch Wind und Wetter im Wasser verteilte Ölreste beseitigen zu können, entwickelten chinesische Forscher eine poröse, wieder verwertbare Beschichtung. Den neuen Werkstoff für den Einsatz bei einer Ölpest präsentieren die Forscher in der Fachzeitschrift "Advanced Materials".

"Bisher verwendete Materialien lassen sich nur einmal nutzen, da sich das absorbierte Öl nur schwer wieder abtrennen lässt", schreiben Meihua Jin und seine Kollegen von der Dalian Maritime University. Um dieses Einweg-Problem zu umgehen, ließen sich die Forscher von den wasserabstoßenden Eigenschaften von Lotusblättern oder Körpern bestimmter Käferarten inspirieren. Dazu beschichteten sie von innen eine Glaspipette mit einer organischen Siliziumverbindung. Über mehrere Arbeitsschritte - Ultraschalldispersion, Säurebehandlung, Polymerisation, Trocknung - bildete sich an der Glasoberfläche ein nanostrukturiertes, hochporöses Netzwerk aus. Diese Beschichtung stieß Wasser ab, zog aber fein verteilte Öltropfen sehr effizient an. Wieder an der Luft konnte das gesammelte Öl leicht aus der Pipette entfernt werden.

Diese Beschichtung kann effizient Ölreste unter Wasser sammeln und an Luft wieder gereinigt werden. So könnte dieses Material im Unterschied zu bisher verfügbaren Ölbinde-Chemikalien mehrmals zum Einsatz kommen. Ob diese Technik auch zum Ölsammeln im sehr viel größeren Maßstab taugt, müssen weitere Versuche aber erst belegen.