Wie Seifenblasen platzen

Dünne Blasenhaut flattert wie eine Fahne im Wind, bevor sie in viele feine Tröpfchen zerbirst

Zerplatzende Seifenblasen
Zerplatzende Seifenblasen

Marseille (Frankreich) - Wabernd schwebt die Seifenblase durch die Luft. Die fließende, immer dünner werdende Hülle schillert in allen Regenbogenfarben, bevor sie zerplatzt. Nun entdeckten französische Forscher ein weiteres Phänomen bei diesem alltäglichen Vorgang: Kurz vor dem Zerbersten flattert die Blasenhaut wie eine Fahne im Wind. Diese Ergebnisse, die auch zu einem besseren Verständnis von Aerosolen in der Atmosphäre beitragen können, präsentieren die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Physical Review Letters".

Für den bisher wohl genauesten Blick auf platzende Seifenblasen verwendeten Henri Lhuissier and Emmanuel Villermaux von der Universität Aix-Marseille eine Hochgeschwindigkeitskamera, die 25.000 Aufnahmen pro Sekunde schießen kann. Wie eine Fahne im Wind, so die Forscher, oszilliert die Seifenhaut eine Zehntel Sekunde vor ihrer Zerstörung. Durch diese Schwingungen werden die winzigen Tröpfchen nach dem Zerplatzen beschleunigt und in einem feinen Nebel in der Luft verteilt. Wichtig ist dabei die Dichte des umgebenden Mediums. Blasen in dem schwereren Gas Schwefelhexaflourid, das fünfmal dichter ist als Luft, schwingen und zerplatzen viel schneller.

Dieser Versuch erklärt nicht nur ein Alltagsphänomen genauer. Er kann auch zur Verfeinerung von Klimamodellen beitragen. Denn auch in der Atmosphäre zerplatzen Wasserblasen und erzeugen einen feinen Nebel aus Aerosolen. Diese spielen eine wichtige Rolle im Wettergeschehen und als Minireaktor für chemische Prozesse in den Luftschichten.