Maßgeschneiderte Magnete aus Organometallen

Eisen, Nickel, Kobalt, Mangan: Nur wenige Metalle stehen für Dauermagnete zur Verfügung. Auf der Suche nach neuen Magnetmaterialien wurden kanadische Wissenschaftler fündig. Sie stellten metallorganische Verbindungen her, die erstmals bei Raumtemperatur ein stabiles magnetischen Verhalten zeigten.

Vancouver (Kanada) - Diese neue Materialklasse, die sie in der Zeitschrift "Nature" vorstellen, könnte in maßgeschneiderten Magneten viele technische Anwendungen finden.

"Diese Klasse von stabilen Magneten rangiert zwischen konventionellen, anorganischen Magneten und reinen molekular-basierten Magneten", berichten Raysapan Jain und seine Kollegen von der University of Victoria und der University of British Columbia in Vancouver. Für die Herstellung ließen sie eine organische Nickel-Verbindung mit drei weiteren organischen Substanzen reagieren. Diese Prozesse konnten relativ leicht unter stundenlangem Rühren in flüssigen Lösungen eingeleitet werden. Nachdem sie Reaktionsprodukte gefiltert und getrocknet hatten, konnten diese selbst bei Raumtemperatur über äußere Magnetfelder dauerhaft magnetisiert werden.

Klassische Dauermagnete werden über aufwändige, metallurgische Verfahren aus heißen Schmelzen hergestellt. Dieser neue Weg mit chemischen Lösungen braucht dagegen keine hohen Temperaturen. Zudem vermuten die Forscher, dass die magnetischen Eigenschaften gezielt über die Wahl der organischen Verbindungen beeinflusst werden können. Da die resultierenden Materialien selbst bei Temperaturen über 20 Grad Celsius stabil sind, versprechen sie sich zahlreiche Anwendungen in elektrischen Messgeräten, Sensoren und winzigen Aktuatoren mit diesen metallorganischen Substanzen.