Inhalierte Magnete: Gezielter Kampf gegen Lungenkrebs

Nur etwa fünf Prozent der Lungenkrebs-Patienten überleben die ersten fünf Jahre nach Ausbruch der Krankheit. Magnetische Aerosole könnten Fortschritte bringen.

München - Eine Chemotherapie stützt sich auf das Inhalieren von zelltötenden Substanzen. Bessere Ergebnisse mit geringeren Nebenwirkungen sollen nun winzige eingeatmete Magnete liefern. Deutsche Forscher testeten an Mäusen ihre so genannten "Nanomagnetosole", die sie in der Fachzeitschrift "Nature Nanotechnology" vorstellen.

"Wir vermuten, dass diese Technik in Zukunft sehr hilfreich für Patienten sein kann", sagt Carsten Rudolph vom Klinikum der Universität München. Zusammen mit seinen Kollegen nutzte er kleinste Einsenoxid-Partikel. Nur 50 milliardstel Meter groß, werden diese magnetischen Nanoteilchen zusammen mit Arzneien in Mikrotröpfchen verteilt. Dieses spezielle Aerosol kann dann inhaliert und durch ein starkes, äußeres Magnetfeld von rund 100 Tesla pro Meter zum Tumorherd in der Lunge geleitet werden.

Nachdem Computersimulationen die Strömungswege dieser heilenden Magnetwolken belegt hatten, testete Rudolph sein Verfahren an Mäusen. In den Lungen der Nager konnte so die zweieinhalbfache Menge des Aerosols mit dem Magnetfeld zu den gewünschten Bereichen geleitet werden. Im Prinzip könnten damit gleiche Wirkstoffmengen größere Heilungschancen bei zugleich geringeren Nebenwirkungen ermöglichen.

Doch wegen der größeren Lungen wären beim Menschen deutlich stärkere Magnetfelder nötig, um das Aerosol durch die verzweigten Lungenkanäle zu leiten. Vor ersten klinischen Tests müssen auch noch die Nebenwirkungen der Eisenoxid-Teilchen selbst abgeschätzt werden.