ESA-Mission ExoMars 2016 gestartet

Eine Startrampe von unten, große Rauchschwaden am Bildrand, in der Mitte eine Rakete mit feuernden Triebwerken beim Abheben.
Proton-M-Rakete beim Abheben im kasachischen Baikonur

Heute sind zwei Raumsonden der Europäischen Raumfahrtagentur ESA auf den Weg zum Mars gebracht worden. Die Mission namens ExoMars 2016 besteht aus dem Trace Gas Orbiter, der in einer Umlaufbahn um den Mars in einer Höhe von 400 Kilometern nach Spuren von Methan suchen soll. Zudem trägt die Rakete den stationären Landeroboter Schiaparelli, der die Technik einer weichen Landung für die europäisch-russische Mission erproben soll. Mit ExoMars 2018 ist schließlich ein fahrender Landeroboter geplant, der mehrere Meter unter der Marsoberfläche nach mikrobiologischen Lebensformen suchen kann.

Die erste europäische Marssonde Mars Express hat die Existenz von Methan in der dünnen Atmosphäre des Roten Planeten bereits nachgewiesen. „Wir werden mit dem Trace Gas Orbiter nun deutlich empfindlichere Instrumente zur Verfügung haben“, erklärt Mark McCaughrean, wissenschaftlicher Berater der ESA. „Wir werden auch kleinere Spuren von Methan und sogar die Zusammensetzung der Moleküle aus verschiedenen Isotopen bestimmen können.” Der Trace Gas Orbiter soll auf zwei Wegen nach Methan suchen: Zum einen wird das Spektrum des Sonnenlichts, das beim Sonnenaufgang und -untergang durch die Atmosphäre des Mars tritt, auf Spuren von Methan untersucht; zum anderen soll die Sonde das sehr viel schwächere Sonnenlicht untersuchen, das von der Oberfläche reflektiert wird. „Wir erwarten ein sehr schwaches Signal von Methan – pro einer Milliarde Partikeln in der Marsatmosphäre durchschnittlich nur zehn Methanmoleküle. Trotz dieser geringen Konzentration hoffen wir, auch im reflektierten Sonnenlicht von der Oberfläche Methan zu messen. So können wir auch die Unterschiede in Methanvorkommen an verschiedenen Orten auf dem Planeten erkennen, die zwischen null und etwa fünfzig Methanmolekülen pro einer Milliarde Partikel schwanken können”, erklärt Mark McCaughrean.

Eine rechteckige Raumsonde mit einer großen Parabolantenne und zwei großen Solarpanels. Davor schwebend eine konusförmige Sonde mit gänzender Verkleidung.
Illustration der Raumsonden Trace Gas Orbiter und Schiaparelli

Der Landeroboter namens Schiaparelli soll sich drei Tage vor Ankunft am Mars im Oktober 2016 vom Trace Gas Orbiter trennen und mithilfe eines Hitzschildes in die Marsatmosphäre eintreten. Fallschirme, Bremsraketen und eine Art Knautschzone sollen der Sonde dann eine sanfte Landung ermöglichen. Mit einer Batterielaufzeit von maximal acht Tagen wird Schiaparelli vor allem die atmosphärischen Bedingungen, das Staubaufkommen und die Temperaturen auf der Oberfläche messen, um die Landegegend für den fahrbaren Landeroboter von ExoMars 2018 auszukundschaften.