Mond Dione vor Saturn

Saturnmond Dione besitzt dünne Sauerstoff-Atmosphäre

Los Alamos (USA) – Der viertgrößte Mond des Planeten Saturn ist von einer dünnen Atmosphäre aus molekularem Sauerstoff umgeben. Das zeigen Messungen der amerikanischen Raumsonde Cassini, über die ein internationales Forscherteam im Fachblatt „Geophysical Research Letters“ berichtet. Die Entdeckung zeige, dass Sauerstoff im Saturn-System häufig vorkomme und auch ohne biologische Prozesse auftreten kann, so die Wissenschaftler.

„Jetzt wissen wir, dass Dione – zusätzlich zu den Saturnringen und dem kleinen Mond Rhea – eine Quelle von Sauerstoff-Molekülen ist“, sagt Robert Tokar vom Los Alamos National Laboratory in den USA, der die wissenschaftliche Untersuchung geleitet hat. Dione hat einen Durchmesser von 1120 Kilometern und umkreist Saturn alle 2,7 Tage in einem Abstand von 380.000 Kilometern. Die jetzt veröffentlichten Messungen stammen vom 7. April 2010, als Cassini in einer Höhe von 500 Kilometern über die Oberfläche des Mondes flog.

Die von der Raumsonde entdeckte Atmosphäre ist allerdings extrem dünn. Der Luftdruck auf der Oberfläche von Dione entspricht etwa dem Druck, der in der Erdatmosphäre in einer Höhe von 480 Kilometern herrscht. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation ISS umkreist die Erde in einer Höhe von 350 bis 400 Kilometern.

Als mögliche Ursache für die Atmosphäre kommen nach Ansicht von Tokar und seinen Kollegen hochenergetische Strahlung oder Teilchenströme von der Sonne infrage, die Sauerstoff aus dem Eis auf der Oberfläche des Saturnmondes herauslösen. Die Forscher wollen bei weiteren Vorbeiflügen der Raumsonde Cassini aber auch nach geologischen Prozessen Ausschau halten, die Sauerstoff aus dem Inneren von Dione freisetzen könnten.