Ozonschicht erholt sich

Konzentration von Ozon in der Atmosphäre könnte in den kommenden Jahrzehnten wieder auf einen Wert wie 1980 steigen

Ozonloch über der Antarktis
Ozonloch über der Antarktis

Genf (Schweiz) - Bis Mitte des Jahrhunderts könnte sich das Ozonloch über der Antarktis größtenteils geschlossen haben. Diese Prognose macht die World Meteorological Organization (WMO) in ihrem neusten Bericht, der Simulationen und Messungen der vergangenen Jahre einbezieht. Die Situation hat sich vor allem durch das Montreal-Protokoll gebessert, das den Gebrauch von Gasen wie Fluorchlorkohlenwasserstoff, besser bekannt als FCKW, eingeschränkt hat. Auch in Sachen Klimaerwärmung können die Einsparungen helfen, da FCKW und andere Halogenkohlenwasserstoffe Treibhausgase sind.

Halogenkohlenwasserstoffe können Fluor, Brom, Chlor oder Iod enthalten und wurden lange als Treib- und Kältemittel genutzt. Wenn sie in die Atmosphäre gelangen, reagieren ihre Spaltungsprodukte mit dem Ozon und zersetzen so die Ozonschicht, welche die Erde vor UV-Strahlung abschirmt. Da die Verbindungen sehr stabil sind, verschwinden sie nur langsam aus den unteren Luftschichten, selbst wenn der Ausstoß bereits reduziert wurde. Doch die Analysen der WMO machen Hoffnung: In den kommenden Jahrzehnten soll die Ozon-Konzentration wieder das Niveau von 1980 erreichen und bis zum Ende des Jahrhunderts weiter steigen.

Wenn weniger Kohlenwasserstoffe in die Atmosphäre gelangen, verringert dies auch den Treibhauseffekt. Im Jahr 2010 entsprach der Rückgang der ausgestoßenen Verbindungen etwa zehn Gigatonnen an eingesparten CO2-Äquivalenten.

DIe WMO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, sie beschäftigt sich mit Veränderungen der Erdatmosphäre, deren Wechselwirkung mit den Ozeanen sowie den Auswirkungen auf Klima und Wasserressourcen. Alle vier Jahre legt sie einen Bericht zur Entwicklung der Ozonschicht vor, an dem über hundert Wissenschaftler weltweit beteiligt sind.