Start von CryoSat 2 verschoben

Der ESA-Satellit CryoSat 2 kann nun doch nicht wie geplant am 25. Februar seine Mission beginnen. Grund dafür sind Probleme mit der Trägerrakete. CryoSat 2 soll Fläche und Dicke des Eises an den Polen vermessen und so wichtige Klimadaten liefern.

CryoSat 2
CryoSat 2

Baikonur (Kasachstan)/Paris (Frankreich) - Der Satellit soll mit einer Dnepr-Rakete von Baikonur in Kasachstan aus in den Orbit geschossen werden. Die ukrainische Entwicklerfirma Yuzhnoye hat allerdings Bedenken, ob die Treibstoffreserven des zweiten Steuerungsmoduls der Rakete dafür tatsächlich ausreichen. Deshalb will sie weitere Messungen durchführen, ein neuer Starttermin steht bisher nicht fest.

CryoSat 2 soll erstmals nicht nur die Ausdehnung der Eisschilde von Arktis und Antarktis messen, sondern auch ihre genaue Dicke bestimmen. Dazu führt ihn seine Flugbahn bis zum 88. Breitengrad an die Pole heran, die er mit einer Flughöhe von nur 720 Kilometern überquert. Sein Doppelradar SIRAL empfängt und sendet Signale von gleich zwei Antennen und erzeugt so ein dreidimensionales Bild von Meer- und Landeis. Die Werte sind bis auf ein bis drei Zentimeter genau. Auch die Fließgeschwindigkeit des Eises und die Entstehung von Eisbergen soll CryoSat 2 auf seiner mehr als fünfjährigen Mission überwachen. Mit den gesammelten Daten wollen Forscher mehr darüber erfahren, wie die Veränderungen an den Polen die Meeresströmungen und das Klima beeinflussen.

Der Vorgänger-Satellit CryoSat sollte schon 2005 seinen Weg durch den Orbit antreten. Doch wegen eines Programmierfehlers in der Trägerrakete stürzte er kurz nach dem Start ins Nordpolarmeer. Der Schaden belief sich auf 140 Millionen Euro.