Ölschwaden im Golf von Mexiko

Uferzonen können über einen langen Zeitraum immer wieder verseucht werden

Golf von Mexiko
Golf von Mexiko

Baton Rouge (USA) - Hungrige Mikroben sollen bereits einen Großteil der Ölschwaden im Golf von Mexiko zersetzt haben. Doch amerikanische Meeresforscher hegen starke Zweifel an dieser Entwarnung. Mit einem engen Netzwerk an Messsonden machten sie jetzt große Ölmengen im Wasser aus, das in Schüben die Küsten erreichen könnte.

"Es ist definitiv noch da. Es ist nur eine Frage der Zeit bevor es wieder von sich reden macht", sagt Gregory Stone, Direktor des WAVCIS-Beobachtungsnetzwerks. Er hatte die Messungen mit Kollegen vom Coastal Studies Institute an der Louisiana State University in Baton Rouge unternommen. Während eines dreistündigen Flugs über den Golf von Mexiko sei das Erdöl noch leicht erkennbar gewesen. Gestützt wird diese Beobachtung von zahlreichen Messungen, die von vielen Bojen aus und mit akustischem Doppler-Analysen den Zustand der kompletten Wassersäule im Golf offenlegten. Das Öl sei schlicht durch die raue See gleichmäßig verteilt worden, aber nicht verschwunden.

"Das Öl wird nicht kontinuierlich die Küsten erreichen, sondern eher in Pulsen, da es unter der Oberfläche schwimmt", sagt Stone. Besonders bei Stürmen könnten so noch große Ölmengen an die Strände gespült werden. Es sei ein Langzeitproblem, das nicht so einfach gelöst werden könne. Das wahre Ausmaß der Verseuchung werde sich erst im Laufe der Zeit offenbaren. Auch zehn Jahre nach dem Exxon-Valdez-Unglück im Prince William Sund habe Stone noch immer Restöl unter den Steinen entdeckt. "Die Verbleibdauer des Öls im Küstenbereich wird substanziellen Einfluss haben, auch wenn sich das Ökosystem wahrscheinlich schneller erholen wird als in Alaska", prognostiziert Stone.