Neue erdmagnetische Karte für Deutschland

Forscher stellen eine neue erdmagnetische Karte von Deutschland vor, die Anomalien des Magnetfeldes der Erde zeigt.

Erdmagnetische Karte
Erdmagnetische Karte

Hannover - Die Karte vom Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik stellt die Schwankungen des Erdmagnetfeldes in Deutschland dar. Die Anomalien im Magnetfeld entstehen durch regional unterschiedliches Gestein in der Erdkruste.

Auch die Temperatur beeinflusst das Erdmagnetfeld: Die so genannte Curie-Temperatur bildet beispielweise eine Grenze, oberhalb der ein Material seine Magnetisierung verliert. Für Gestein liegt die Curie-Temperatur bei etwa 580° und wird in einer Tiefe von durchschnittlich 25km erreicht. Mit diesem Wissens könnten Geothermiker mit Hilfe der Magnetik-Karte zusätzlich Rückschlüsse auf Wärmeflüsse in der Erde ziehen.

Außerdem ist die Karte für die geowissenschaftliche Grundlagenforschung sowie für Energieversorger und Ornithologen ein wichtiges Werkzeug. Im Vergleich zum Erdmagnetfeld, das eine Feldstärke von 49 Mikrotesla hat , sind die Anomalien im Bereich von -0,7 bis 1,2 Mikrotesla allerdings gering und spielen daher im Alltag keine Rolle.

Die Daten, die für die Erstellung der Karte genutzt wurden, umfassen Messungen von 1968 bis 2008 an 67 verschiedenen Standorten, am Boden, im Wasser und in der Luft. Die Auswertung dieser Vielfalt regionaler Daten erfolgte durch Geophysiker des Leibnitz Instituts und Wissenschaftler der Gesellschaft für Geowissenschaftliche Dienste (GGD).

Ein ergänzendes Projekt, an dem die Wissenschaftler derzeit noch arbeiten, ist eine Schwerekarte Deutschlands. Sie gibt Aufschluss über die Variation der Erdbeschleunigung, die durch die verschiedenen Gesteine unter der Erdoberfläche beeinflusst wird.