Schweres Hubschrauberunglück an der Neumayer-Forschungsstation in der Antarktis

Am Sonntag Vormittag ist ein Hubschrauber mit fünf Personen nahe der deutschen Antarktis-Forschungsstation Neumayer abgestürzt. Dabei kamen der Pilot und ein Wissenschaftler ums Leben, die weiteren Insassen wurden zum teil schwer verletzt.

Helikopter an der Nemayer-Station (Archivbild aus dem Jahr 2004)
Helikopter an der Nemayer-Station (Archivbild aus dem Jahr 2004)

Bremerhaven/Berlin - Mit Bestürzung und Trauer hat Bundesforschungsministerin Annette Schavan die Nachricht von dem schweren Unglück in der Antarktis aufgenommen. Am Sonntag Vormittag waren bei einem Hubschrauberabsturz in der Nähe der deutschen Forschungsstation Neumayer II zwei Menschen ums Leben gekommen - drei weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Die Verletzten sind außer Lebensgefahr und werden auf der Krankenstation des Forschungsschiffes Polarstern behandelt. "Wir trauern um den Piloten des Hubschraubers und einen Wissenschaftler", sagte Ministerin Schavan. "Meine Gedanken sind in diesen Stunden besonders bei den Angehörigen der Toten. Den drei Verletzten, die auf der Polarstern versorgt werden, wünsche ich eine gute Genesung."

Bei den tödlich verunglückten Personen handelt es sich um den 37-jährigen deutschen Piloten und einen 45-jährigen niederländischen Wissenschaftler. Die Verletzten (eine 25-jährige Französin, ein 24-jähriger Deutscher und ein 27-jähriger Niederländer) sind außer Lebensgefahr und werden im Hospital der Polarstern ärztlich versorgt.

Wie das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung mitteilte, werden die Verletzten aus der Antarktis nach Südafrika ausgeflogen, sobald das Wetter es zulässt. Dies könne nach jetziger Wetterlage nicht vor dem 5. März geschehen. Die Ursache des Unglücks ist nach Instituts-Angaben noch unklar. Das Wetter war zum Zeitpunkt des Absturzes gut.

Schon im vorigen Jahr kam es an der Neumayer-Station zu einem schweren Unfall. Dabei wurde ein Expeditionsteilnehmer von einer Schneeraupe überrollt.

An der Neumayer-Station werden rund um das Jahr meteorologische, geologische, geochemische und biologische Messungen durchgeführt. Sie dient im antarktischen Sommer als Basisstation für eine Vielzahl von Forschungskampagnen. Im antarktischen Winter wird der Betrieb von einer neunköpfigen Überwinterungsmannschaft aufrecht gehalten.