Vulkan unter Hawaii wird wieder aktiv

Satellitenradar misst Verformungen der Erdoberfläche

Potsdam - Die hawaiianische Inselkette ist vulkanischen Ursprungs. Ein so genannter "Hot Spot" spuckte über Jahrmillionen Gesteinmaterial aus dem Erdinnern aus, so dass mitten im Pazifik die Inseln entstehen konnten. Und der Vulkanismus ist noch längst nicht zur Ruhe gekommen. Sondern er nimmt an Aktivität wieder zu, wie deutsche und amerikanische Forscher nun in der Zeitschrift "Science berichten.

"Wir haben seit Mai 2002 mit Satelliten-Radar die Deformation der Oberfläche detailgenau vermessen", sagt Thomas Walter, Geophysiker am GeoforschungsZentrum Potsdam. Aus diesen Verformungen schließt der Forscher in Zusammenarbeit mit Kollegen von den Universitäten in Miami und Stanford auf die Menge und die Form der riesigen Magmakammer unter dem Vulkan Mauna Loa zurück. Seit etwa 20 Jahren war dieser Vulkan relativ ruhig. Doch nun sammeln sich in der Magmakammer jährlich etwa 20 Millionen Kubikmeter Magma neu an.

Bislang kam es zu keinem neuen Ausbruch, da sich das Magma noch in drei bis fünf Kilometern Tiefe befindet. Doch der Druck steigt stetig an und lässt einen baldigen Ausbruch vermuten. Die derzeitige Magmabewegung kann wiederum die Spannungen verlagern und sogar Erdbeben nach sich ziehen. Die Wissenschaftler um Walter hoffen, mit derartigen Studien des Spannungsfeldes das Auftreten von Eruptionen und Erdbeben an Vulkanen besser zu verstehen und vielleicht sogar vorauszusehen.