Nur kleines Ozonloch in diesem Jahr

Das Ozonloch über der Antarktis ist in diesem Jahr dreißig Prozent kleiner als im Rekordjahr 2006. Dies zeigen die Daten des europäischen Umweltforschungssatelliten ENVISAT.

De Bilt/Niederlande - Seit über dreißig Jahren geht im antarktischen Frühjahr die Ozonmenge in der Stratosphäre, also in etwa 15 bis 25 Kilometern höhe, dramatisch zurück. Die Ursache ist eine Wechselwirkung zwischen den von Menschen in die Atmosphäre gebrachten Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKWs), kalten hohen Wolken und Sonnenlicht. Die neuesten Modelle der Ozonforscher sagen voraus, dass etwa in 70 Jahren das Ozonloch geschlossen sein sollte, da dann die FCKWs als notwendige Komponente des Ozonabbaus aus der Atmosphäre verschwunden sein müssten. Das Montreal-Protokoll von 1987 verbietet weltweit die Freisetzung von FCKW, das bis dahin als Kühl- und Treibmittel verwendet wurde.

Obwohl in diesem antarktischen Frühjahr noch viel FCKWs in der Atmosphäre sind, beobachten die Forscher nur ein relativ kleines Ozonloch. Ursache ist, dass eine weitere der Komponenten zum Ozonabbau fehlt: Die extrem niedrigen Temperaturen. Nach Angaben der Wissenschaftler ist die Schwankung noch innerhalb des normalen natürlichen Rahmens. "Obwohl das Ozonloch etwas kleiner als gewöhnlich ist, können wir daraus nicht schließen, dass sich die Ozonschicht ingesamt schon erholt", so Ronald von der A vom Königlichen Niederländischen Meteorologischen Institut (KNMI).

In diesem antarktischen Frühjahr wurden maximal 27,7 Millionen Tonnen Ozon abgebaut, währen im Vorjahr maximal 40 Millionen Tonnen dem menschengemachten Effekt zum Opfer gefallen waren, so das KNMI.