Methanhydrat: Aufsteigende Blasen schaden dem Klima nicht

Wissenschaftler vermuten gigantische Mengen an Methanhydrat auf dem Boden der Ozeane. Sein natürlicher Abbau scheint für das Klima einen geringeren Effekt als bisher vermutet darzustellen.

Methanhydrate am Meeresboden
Methanhydrate am Meeresboden

Santa Barbara (USA) - Weltweit an den Rändern der Kontinente erstrecken sich die Lagerstätten aus gefrorenem Methangas. Permanent steigen dort Methanblasen auf. Da dieses Gas etwa 23 mal so effektiv das Erdklima aufheizen kann wie Kohlendioxid, fürchten Forscher diese bisher kaum beachtete Treibhausgasquelle. Amerikanische Forscher geben nun in der Fachzeitschrift "Geophysical Research Letters" Entwarnung, denn in die Atmosphäre gelangt gerade mal ein Prozent des Methans.

"Der Ozean hat eine erstaunliche Kapazität, das freigesetzte Methan zu binden, sogar in flachem Wasser", sagt David Valentine von der University of California in Santa Barbara. Zusammen mit seinen Kollegen untersuchte er die Methankonzentration an der Meeresoberfläche über dem Coal Oil Point. In dieser Region vor der kalifornischen Küste liegt eines der größten, bekannten Lagerstätten für Methanhydrat, in der täglich etwa 60.000 Kubikmeter Methanblasen freigesetzt werden.

Etwa die Hälfte dieses Gases löst sich im Salzwasser. Und was mit diesen Mengen geschieht, konnte bisher nur vermutet werden. Doch die neuen Messungen zeigen nun, dass nur ein Prozent davon tatsächlich bis in die Atmosphäre gelangt. Der Rest wird wahrscheinlich über die Aktivität von Bakterien oxidiert und ist dadurch ungefährlich für das Erdklima.

So positiv diese Ergebnisse für die Erderwärmung sind, zeigen sie, dass Methanhydrate und ihr Verhalten noch lange nicht vollständig verstanden sind. Dennoch gibt es ernsthafte Pläne, die energiereichen Methanhydrate in großem Maßstab zu fördern. Doch bisher gibt es dafür noch keine ausgereiften Explorationsmethoden. Zudem ist unklar, ob ein industrieller Abbau der Methanhydrate nicht zu einer unkontrollierten Freisetzung des Klimagases führen könnte.