Klimawandel offenbar nicht Ursache für stärkere Hurrikane

Scherwinde über den Ozeanen und Wirbelstürme in komplexer Wechselwirkung

Uppsala (Schweden) - Der Hurrikan Katrina verwüstete im August 2005 weite Flächen in den südlichen USA und ließ in New Orleans nur ein Trümmerfeld zurück. Danach wuchs in der amerikanischen Bevölkerung und in der Bush-Regierung das Bewusstsein für den Klimawandel. Doch nach Aussage schwedischer Klimaforscher können die starken Wirbelstürme der letzten Jahre nur schwer mit der anthropogenen Erderwärmung in Zusammenhang gebracht werden. Wie sie in der Zeitschrift "Nature" berichten, handelte es sich wahrscheinlich um normale Wetterereignisse nach einer Phase ungewöhnlich schwacher Hurrikane.

"Die Phase verstärkter Hurrikan-Aktivität seit 1995 ist nicht ungewöhnlich, verglichen mit früheren Perioden mit starken Wirbelstürmen", schreiben Johan Nyberg und seine Kollegen vom Geological Survey in Uppsala mit Beteiligung amerikanischer und puertoricanischer Wissenschaftler. Im Gegenteil scheinen die Hurrikane Zeichen für eine Rückkehr zu einer normalen Aktivität darzustellen. Für diese Aussage untersuchten die Forscher die atlantischen Wirbelstürme seit 1730. Die Aufzeichnungen zeigten, dass zwischen 1969 und den frühen 1990er Jahren ausgesprochen schwache Wirbelstürme vorherrschten. Die Verstärkung der Stürme danach sei demnach nicht ungewöhnlich.

Im Detail suchten die Wissenschaftler nach Zusammenhängen zwischen Wirbelstürmen, Variationen bei den vertikalen Winden und einer erhöhten Temperatur der oberen Ozeanschichten. Bestünde ein nachweisbarer Zusammenhang mit diesem Temperaturanstieg der Wassermassen, könnte die Stärke der Hurrikane teilweise auf die vom Menschen verursachte Erderwärmung zurückgeführt werden. Aber die Daten konnten dies nicht eindeutig belegen und weisen eher auf eine größere Bedeutung der vertikalen Winde für die Hurrikan-Entwicklung hin.

Die genauere Untersuchung der vertikalen Winde könne sogar eher auf die zukünftige Entwicklung der Wirbelstürme hinweisen, so die Forscher. "Und die Annahme, dass Hurrikane einfach passive Folgeerscheinungen des Klimawandels sind, sollte geändert werden", schreibt James B. Elsnervon der Florida State University in einem begleitenden Kommentar. Sind auch die globalen Folgen des Klimawandels weiterhin nicht zu übersehen, hat zumindest das Argument der stärkeren und häufigeren Wirbelstürme mit dieser neuen Studie an Überzeugungskraft verloren.