Dürrewarnung: Künstliche Vulkanausbrüche kein geeignetes Mittel gegen Treibhauseffekt

Das Für und Wider des Geoengineerings

Boulder (USA) - Um gegen die zunehmende Erderwärmung anzukämpfen, denken selbst renommierte Klimaforscher an spektakuläre Maßnahmen: Künstliche Wolken und partikelreiche Schwaden könnten in der Atmosphäre als Schutzschild gegen die Wärmestrahlung der Sonne dienen. Ohne die Erdatmosphäre aufzuheizen, könnte das Sonnenlicht direkt wieder in den Weltraum reflektiert werden. Amerikanische Forscher warnen in der Fachzeitschrift "Geophysical Research Letters" nun deutlich vor solchen Maßnahmen des so genannten Geoengineerings.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass vermeintliche Lösungen des Geoengineerings weitreichende Folgen wie Dürren nach sich ziehen könnten", schreiben Kevin E. Trenberth und Aiguo Dai vom National Center for Atmospheric Research in Boulder. Um die Auswirkungen eines künstlichen Vulkanausbruchs und die darauf folgende kühlende Wolkenbildung abzuschätzen, analysierten sie das Klima nach natürlichen Ausbrüchen des El Chichon in Mexiko 1982 und des Pinatubos auf den Philippinen 1991.

Der Pinatubo-Ausbruch, bei dem zehn Kubikkilometer Material in Aschewolken bis in 24 Kilometer Höhe aufstiegen, verringerte tatsächlich die einfallende Sonnenstrahlung global um fünf Prozent. Eine Abkühlung von 0,4 Grad Celsius war die Folge. Danach verringerten sich jedoch die Niederschläge in weiten Regionen drastisch, weil weniger Wasser in die Atmosphäre aufstieg. Lokale Dürreperioden waren die Folge. Das gleiche könnte auch nach einem künstlichen Vulkanausbruch geschehen.

Diese Abschätzung belegt deutlich, dass ein weiterer Eingriff in das Erdklima durch die Veränderung der Atmosphäre unerwünschte Folgen haben könnte. So warnen nicht nur Trenberth und Dai, sondern zahlreiche Klimaforscher vor einem voreiligen Einsatz des Geoengineerings. Denn die Wechselwirkungen von Aerosolen in der Erdatmosphäre und mit dem Klima allgemein sind noch lange nicht ausreichend verstanden.