Das Ende der letzten Eiszeit

Keine Folge von zu viel Kohlendioxid

Gletscher und Eisberge
Gletscher und Eisberge

Los Angeles (USA) - Die Gletscher der letzten Eiszeit begannen vor etwa 18.000 Jahren zu schmelzen. Ein Klimawandel infolge von mehr Kohlendioxid in der Atmosphäre wurde lange als Ursache für das Ende der letzten Eiszeit angesehen. Doch das stimme nicht, fanden nun amerikanische Klimaforscher heraus. In einer Vorabveröffentlichung der Zeitschrift "Science" berichten sie, dass die Ursache vielmehr im derzeitigen Klima auf der Südhalbkugel zu suchen sei.

"Man kann nicht länger Kohlendioxid (CO2) allein für das Ende der Eiszeit verantwortlich machen", sagt Geologe Lowell Stott von der University of Southern California in Los Angeles. Aus der Analyse von Seesedimenten aus dem Pazifik erkannten die Forscher, dass die Temperaturen in der Tiefsee schon 1300 Jahre vor einer nachweisbar höheren CO2-Konzentration in der Atmosphäre um etwa zwei Grad angestiegen sind. Eine Wasserströmung aus der Region der Antarktis sei dafür verantwortlich mit einer wärmenden Wirkung vergleichbar mit der des Golfstroms heute.

Die Aufwärmung der Gewässer auf der Südhalbkugel hat ihre Ursache in einer höheren Absorbtion der wärmenden Sonnenstrahlung. Denn parallel zu den ansteigenden Wassertemperaturen soll dort das See-Eis zurückgegangen sein, das zuvor die Sonnenstrahlung wieder in den Weltraum zurück reflektierte.

Diese Studie zeigt, wie regionale Klimaeffekt sich global auswirken können. Trotz der beginnenden Erwärmung durch eine Tiefseeströmung spielte auch Kohlendioxid im weiteren Verlauf der abklingenden Eiszeit eine wichtige Rolle. Denn durch die einsetzende Erwärmung wurde mehr von dem Klimagas freigesetzt und der weitere Rückgang der Gletscher aus Mitteleuropa beschleunigt.