Leipziger Regenmacher: Künstliche Wolken aus dem Labor

Mitten in einem acht Meter hohen Zylinder wabert das erste Ergebnis Leipziger Klimaforscher: In einem weltweit einzigartigen Experiment erzeugten sie künstliche Wolken.

Leipzig - Mit ihrem Wolkenlabor wollen die Wissenschaftler um Jost Heintzenberg vom Leipziger Institut für Troposphärenforschung den Einfluss von Aerosolen auf das Klima besser verstehen lernen. "Wir erwarten neue Erkenntnisse über den menschlichen Einfluss auf Wolken, Niederschlag und das Klima", hoffen die Wolkenforscher. Denn ohne aufwändige Messkampagnen in freier Natur offenbaren die künstlichen Wolken ihre Wirkung auf Sonneneinstrahlung, Wetter und chemische Reaktionen in der Atmosphäre.

Je nach Randbedingungen können die Forscher die Zusammensetzung der Wolken genau steuern. Denn neben winzigen Wassertröpfchen enthalten sie auch viele Schwebteilchen vom Rußpartikel über Schwefelsäure bis hin zu biologischen Substanzen. Mit den Laborexperimenten können auch die Bildung von Wolken und die notwendigen Randbedingungen für unterschiedliche Niederschläge vom Regen bis zum Hagel untersucht werden.

Das diese Woche offiziell gestartete Pilotexperiment am Institut für Troposphärenforschung - Leipzig Aeorsol Cloud Interaction Simulator (LACIS) - entstand während einer sieben Jahre langen Planungs- und Bauzeit. Der Bund und das Land Sachsen investierten gemeinsam rund drei Millionen Euro.